Nach der bauma 2025 und den vielversprechenden Bau-Turbo-Initiativen der Bundesregierung zeigt sich: Die Branche hat Impulse erhalten, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen.
Positive Signale von Messen und Ankündigungen reichen nicht aus, um die fundamentalen Rahmenbedingungen nachhaltig zu verändern.
Der dringend notwendige Bürokratieabbau muss auf allen Ebenen entschlossener angegangen werden. Genehmigungs- und Vergabeverfahren im öffentlichen Bau dauern in Deutschland viel zu lange – sie müssen um bis zu 90 Prozent beschleunigt werden, um Investitionen in Gang zu bringen und Bauprojekte überhaupt wirtschaftlich umsetzen zu können. Der angekündigte "Bau-Turbo" kann erst dann seine volle Wirkung entfalten, wenn das zugesagte Sondervermögen auch tatsächlich in der Industrie ankommt und dort gezielt Wachstum und Innovation unterstützt.
Ebenso entscheidend sind faire Wettbewerbsbedingungen. Um die heimische Bau- und Maschinenbauindustrie zu schützen, braucht es wirksame Anti-Dumping-Maßnahmen gegenüber Billigimporten, die zunehmend den Markt verzerren. Nur so lassen sich Arbeitsplätze und technologische Kompetenz in Deutschland langfristig sichern.
Parallel dazu stehen wir weiterhin vor den Herausforderungen einer hohen Inflation, die bei nahezu stagnierendem Wachstum für eine spürbare Teuerung sorgt. Hinzu kommen Energiekosten, die im internationalen Vergleich deutlich zu hoch sind – ein klarer Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen. Auch die zunehmenden Infrastrukturmängel beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit des Standorts Deutschland und bremsen wirtschaftliche Dynamik.
Wenn 2026 mehr werden soll als ein weiteres Übergangsjahr, braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln. Nur mit weniger Bürokratie, schnelleren Prozessen, bezahlbarer Energie und fairen Rahmenbedingungen kann aus dem aktuellen Stillstand eine echte Aufbruchsstimmung entstehen.