München (dpa). – Ein Jahr nach dem Brand im Grenfell Tower in London dauern nach Angaben eines Experten die Überprüfungen an, ob Hochhäuser in Deutschland ausreichend vor Feuer geschützt sind. Die Bauaufsichts-Behörden seien nach den Vorfall angewiesen worden, zu überprüfen, "ob vergleichbare Fälle in Deutschland sein könnten", sagte der Vorsitzende des für Baurecht zuständigen Ausschusses bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Thomas Herbert, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist nach wie vor im Gange." Insbesondere die Eigentümer seien angeschrieben worden, zu prüfen, ob ihre Hochhäuser den Vorschriften entsprechen. "Nach wie vor wird an dieser Stelle untersucht, und natürlich finden sich da auch immer wieder Häuser, die nicht den Vorschriften entsprechen. Das heißt, die Vorschriften waren ausreichend, aber die Ausführung hat nicht gepasst", sagte Herbert. Bei dem Feuer am 14. Juni 2017 im Londoner Wohnturm Grenfell Tower waren 72 Menschen ums Leben gekommen. In Wuppertal und in Dortmund waren danach Hochhäuser wegen Brandschutzmängeln geräumt worden. "Dann hilft nur noch eine Evakuierung." Nach den Worten von Herbert gibt es in Deutschland die Sicherheitsphilosophie von zwei baulich getrennten Rettungswegen für den Fall, dass es etwa brennt. Ein Rettungsweg sei für die Evakuierung von Bewohnern gedacht, der andere für den Löschangriff der Feuerwehr: "Wenn ein Rettungsweg ausfällt, dann ist zumindest noch ein zweiter da. Das war in London nicht der Fall."
dpa
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