Esch-sur-Alzette/Luxemburg (ABZ). – Die Hochofenstraße von Belval steht im Zentrum der Transformation einer rund 120 ha großen Industriebrache zu einem modernen Stadtviertel im Großherzogtum Luxemburg. Dabei wurden die beiden erhaltenen Hochöfen und weitere Industriedenkmale in die urbane Bebauung integriert.
Die Erneuerung dieser Industrieverglasungen mit Stahlprofilsystemen hat sich die Bielefelder Schüco International KG verschrieben, die unter der Bezeichnung Schüco Stahlsysteme Jansen die Stahlsysteme der schweizer Jansen AG in mehreren europäischen Ländern vertreibt.
In Esch dienen die Systeme zur Erhaltung eines authentischen Erscheinungsbildes, heißt es seitens des Bielefelder Unternehmens. Ein kurzer Rückgriff auf die Geschichte der Gebäude zeigt, wie Fensterelemente zur Bewahrung von alten Industriebauten beitragen können: Jahrzehntelang war Belval im Nordosten von Esch-sur-Alzette so etwas wie das "Ruhrgebiet" Luxemburgs. Allerdings war bereits 1997 Schluss mit der Herstellung von Roheisen in dem Kleinstaat.
Dieser Einschnitt war Startpunkt für ein groß angelegtes städtebauliches Projekt der niederländischen Architekturen um Jo Coenen. Laut Darstellung von Schüco sollte auf der circa 120 ha großen Industriebrache ein neues Stadtviertel mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, einer Universität und Forschungseinrichtungen entstehen. Weil die Industrieanlagen Teil dieser urbanen Umgebung bleiben sollten, wurden zwei Hochöfen, aber auch andere Gebäude der einstigen Hochofenstraße, in das Konzept mit einbezogen.
Eines dieser riesigen Gebäude war die "Möllerei". Hier wurden früher Koks und Eisenerz, der sogenannte "Möller", gemischt und gelagert. Im Jahr 2000 wurde die riesige Halle zu Füßen der Hochöfen in das "ergänzende Verzeichnis der nationalen Denkmäler" eingetragen; damit einher ging die Verpflichtung, diese Gebäude zu erhalten.
Ihre Umnutzung erfolgte dann in zwei Bauabschnitten: Der nördliche Teil des Gebäudes wurde über eine Länge von circa 110 m zur Universitätsbibliothek genutzt. Das verbleibende Drittel der Möllerei wurde zwischen März 2020 und Februar 2022 unter der Federführung des Architekturbüros BFF architecture & urbanisme, mit Sitz in Luxemburg, zu einer Veranstaltungs- und Ausstellungshalle umgebaut.
Oberste Prämisse der Sanierung der Möllerei war es, das Gebäude im bauzeitlichen Zustand von 1970 zu erhalten. Unter diesem Gesichtspunkt wurde die korrodierte Metallverkleidung der Fassade durch neue Bleche ersetzt und das Dach erneuert. Auf eine Wärmedämmung nach heutigen energetischen Anforderungen verzichtete man jedoch bewusst: "Es wurde damals entschieden, dass wir das Gebäude gegen äußere Witterungseinflüsse schützen, dass aber eine Innentemperatur von circa 12 bis 15° für die Nutzung als Veranstaltungs- und Ausstellungshalle ausreichend ist", erläutert Julia Nockemann vom Architekturbüro BFF. "Zudem wollte der Bauherr die Fensterbänder optisch möglichst unverändert beibehalten."
Weil auch die Denkmalpflege die Beibehaltung des äußeren Erscheinungsbildes höher wertete als die energetische Sanierung, wurden die Fensterbänder beider Längsfassaden sowie die der Giebelfassade mit dem ungedämmten Stahlprofilsystem Jansen-Economy 50 erneuert. Und auch die Heizungsanlage wurde angesichts des industriellen Charakters des Gebäudes auf ein Minimum reduziert – was aber die Durchführung von Veranstaltungen in der kalten Jahreszeit nicht ausschließt.
Bereiche, in den Veranstaltungen stattfinden, sind laut Aussage von Schüco mit wärmegedämmten Profilen ausgeführt. Dazu zählen vor allem der neue Eingangsbereich mit dem anschließenden Foyer. Hier kam das wärmedämmende Pfosten-Riegelsystem Jansen VISS Fassade zum Einsatz, mit dem besonders elegante Fassaden hergestellt werden können. Die Eingangstüren selbst wurden aus dem ebenfalls wärmedämmenden Stahlsystem Janisol gefertigt.