Almere/Niederlande (ABZ). – Begrünte Gebäude müssen gut gewartet werden, um eine grüne Umwelt zu sichern. Ein Tag bei der Ginkel Groep, einem niederländischen Unternehmen, das sich auf die Pflege begrünter Fassaden und Dächer spezialisiert hat, zeigt, wie die Pflegearbeiten mit Akku-Geräten von Stihl vonstattengehen.
Das Universitätsgebäude Aeres im niederländischen Almere präsentiert sich mit einer beeindruckenden grünen Fassade. Dicht an dicht wachsen Pflanzen zu einem vertikalen Teppich verwoben, der nur die Fenster und eine Glasfront im Eingangsbereich freilässt. Anders als bei konventionellen Gebäuden aus Glas und Stahl, die sich aufheizen und ihre Umgebung zusätzlich erwärmen, erhöht die grüne Hülle aus Stauden, Gräsern und Gehölzen die Luftfeuchtigkeit und sorgt an heißen Tagen für einen Kühlungseffekt. Laut Angaben der Betreiber können Gebäude im Inneren so bis zu acht Grad Celsius kühler bleiben.
Rund 12.000 Pflanzen verschiedener Arten wachsen an der Fassade, weitere 2000 auf der Dachterrasse. Um diese Biodiversität zu erhalten, ist regelmäßige Pflege notwendig. Dafür ist Gert Jansen von der GinkelGroep Veenendaal zuständig, einem Unternehmen mit 360 Mitarbeitern, das auf die Begrünung und Wartung von Gebäuden spezialisiert ist. "Viermal im Jahr wird das Gebäude der Aeres Universität mithilfe einer Hebebühne gewartet", erklärt Jansen. Zusätzlich werden monatliche Kontrollen durchgeführt. "Die Pflege der Fassade besteht hauptsächlich aus Rückschnitt und der Kontrolle des Wassersystems. Auch müssen die Dachrinnen sauber gehalten werden."
Die Pflanzen an der begrünten Fassade wachsen wie in jedem Garten, müssen aber häufiger beschnitten werden. "Während der Vegetationsphase ist ein Rückschnitt der Pflanzen drei- bis viermal vorgesehen", sagt Jansen. "Die Pflanzen müssen kompakt bleiben und nah an der Wand." Sie dürfen nicht zu weit herausragen, um Wind und Wetter keine Angriffsfläche zu bieten.
Für die Schnittarbeiten nutzt der Landschaftsgärtner die Akku-Heckenschere STIHL HSA 130 mit rückentragbarem Akku AR 3000 L. "Akkugeräte benutzen wir seit ein paar Jahren", berichtet Jansen, "und wir haben 387 STIHL Akku-Geräte bei der GinkelGroep im Einsatz." Diese stoßen kein CO2 aus und arbeiten leiser als Benzingeräte. "Die Universität bat uns, so geräuscharm wie möglich zu arbeiten, um die Studierenden so wenig wie möglich zu stören. Und auch für unsere Mitarbeiter ist es viel gesünder."
Drei vollgeladene Akkus hat das Team stets dabei. "Damit können wir den ganzen Tag arbeiten", so Jansen. Für die Pflegearbeiten in der Höhe trägt er Helmset und Sicherungsgurt. "Bei den Arbeiten in der Vertikalen muss man aufpassen, dass alle Werkzeuge gesichert sind und nicht herunterfallen."
Das "Growing Green Cities"-Projekt entstand im Zuge der Holländischen Gartenbau-Ausstellung Floriade Almere Expo 2022. Projektleiter Marc de Jager erklärt: "Weil die Städte immer dichter bevölkert sind und es durch den Klimawandel immer wärmer wird, werden begrünte Gebäude immer wichtiger für eine lebenswerte Stadt."
Die kühlende Leistung der Pflanzen ist beachtlich: Verdunstet eine Pflanze zehn Liter Wasser, entspricht die dabei gebundene Wärmeenergie sieben Kilowattstunden. Fassadenbegrünungen sind oft noch effektiver als Dachbegrünungen, weil sie in der Regel eine größere Fläche einnehmen und auf allen Etagen wirken. In Räumen hinter begrünten Fassaden gibt es laut Studien oft nur noch etwa halb so viele Tage mit Temperaturen über 25 °C.
Zudem verbessert diese Art der Architektur die Luftqualität durch Sauerstoffproduktion und Feinstaubbindung. Nicht zuletzt hat sie einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden. "Grüne Gebäude sind sehr gut für die menschliche Gesundheit", betont de Jager.
Das Dach beherbergt einen naturnahen Garten mit vielen heimischen Pflanzen. "Wir haben Pflanzen ausgesucht, die zu einer artenreichen Komposition beitragen", beschreiben die Gestalter ihr Konzept. Sechs Bäume bieten Schatten und laden mit ihren Rundbänken zum Verweilen ein.
Eine Besonderheit ist das Schattendach aus halbtransparenten Photovoltaik-Panels, das die Studenten vor Sonne schützt, das Aufheizen mindert und dazu beiträgt, dass das Gebäude mehr Energie produziert als es verbraucht. "Es ist das erste Gebäude, auf dem Sonnenkollektoren auf diese Weise mit einem Dachgarten kombiniert wurden", berichtet de Jager.
Für die Pflegearbeiten auf dem Dach verwendet Jansen den Akku-Heckenschneider STIHL HLA 135. Auf der obersten Stufe des Dachgartens mäht er die aufgewachsene Wiese mit der Akku-Kreiselschere STIHL RGA 140.
"Das Wassermanagement ist sehr wichtig", betont de Jager. Die komplette Fassadenbegrünung wird über ein Tröpfchenbewässerungssystem versorgt. Es gibt zwölf verschiedene Sektionen, die separat nach Bedarf mit Wasser versorgt werden können. Jeder Teilbereich hat seinen eigenen Feuchtigkeitsmesser. Das System ist computergesteuert und kann ferngesteuert werden.
"Wir sammeln das Regenwasser auf dem Dach des Gebäudes." Das Niederschlagswasser fließt in Tanks – 59 600 l fasst der Tank auf dem Dach, 28.000 l ein weiterer unter der Erde. Durch dieses Konzept der "Schwammstadt" kann das Gebäude überschüssiges Wasser aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben. Mit dem gespeicherten Niederschlagswasser lässt sich etwa die Hälfte des sonst benötigten Trinkwassers einsparen.
Auch im Inneren des Universitätsgebäudes setzt sich das Begrünungskonzept fort: 2400 Zimmerpflanzen dämpfen die Lautstärke in den hohen Räumen und verbessern das Raumklima. "Wenn man sich die Begrünung nur anschaut, fördern sie schon unsere Konzentration", meint de Jager. Auf die Frage, ob grüne Gebäude die Zukunft sind, antwortet er mit Überzeugung: "Sie sind die Gegenwart."