Trier (ABZ). – Die Kirche Maria Königin, entworfen von dem bekannten Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel, steht im Stadtteil Trier-Pallien. Nach seiner Profanierung im Jahr 2016 war das ehemalige Kirchengebäude zunächst ungenutzt und wurde später zu einem Wohngebäude umgebaut.
Im Zuge dessen übernahm die Wel-Come Diamant Bohr & Sägetechnik GbR die Bohr- und -sägearbeiten für neue Fenster- und Türöffnungen sowie Bohrungen für die Haustechnik.
Durch das denkmalgeschützte Außenmauerwerk aus Sandstein mussten alle Wandöffnungen absolut rechtwinkelig sowie lot- und fluchtgerecht zur Gebäudeachse hergestellt werden, um ein symmetrisches Ansichtsbild der denkmalgeschützen Fassade über alle Etagen sicherzustellen.
Dabei wurden im Vorfeld mehrere Testläufe durchgeführt. Um die Anforderungen optimal erfüllen zu können, erfolgten die Arbeiten laut Beteiligten "von unten nach oben", da es zunächst noch keine Geschossdecken gab. Es wurde im Keller und Erdgeschoss begonnen, erst nach Fertigstellung dieser Ebenen wurde die nächste Stahlbetongeschossdecke eingezogen – Schritt für Schritt bis zum Dachgeschoss.
In Eigenkonstruktion wurde eine Laservisiervorrichtung zur Montage auf den Bohrständern hergestellt, um die Fädelbohrungen für das Sägeseil perfekt an den Gebäudeachsen ausrichten zu können, heißt es. Alle Bohrungen und Schnitte wurden durch diese Vorgabe immer leicht schräg in die Wände eingebracht.
Zudem kam die Eigenkonstruktion eines speziellen Seilsägebocks zum Einsatz, um die Schnittverläufe des Sägeseils auf das Niveau einer schienengeführten Wandsäge zu bringen.
Die Fädelbohrungen wurden mit einer Reihenbohrvorrichtung auf einer Wandsägeschiene mithilfe der Laservisiervorrichtung perfekt zu der Gebäudeachse ausgerichtet. Im Anschluss wurde der eigens konstruierte, in alle Richtungen neigbare Spezialrollenbock mit Auslegerarm montiert.
Rückseitig wurden ebenfalls Führungsrollen montiert, um den Schnittverlauf in dem alten Sandsteinmauerwerk möglichst lange kontrollieren zu können.
Das Ergebnis war dem Unternehmen zufolge nahezu perfekt: Die Rechtwinkligkeit zu den Gebäudeachsen, die Schnittfläche in den Laibungen und die Maßhaltigkeit in Lot und Flucht konnten so auf das Niveau einer schienengeführten Wandsäge gebracht werden. Insgesamt entstanden rund 50 Fenster- und Türöffnungen im Seilsägeverfahren in denkmalgeschütztem Natursteinmauerwerk mit einer Wandstärke bis zu einem Meter.
Die gesamte Seilsägeschnittfläche betrug circa 350 m². Hinzu kamen 140 Bohrmeter für Fädelbohrungen über der Wandsägeschiene mittels Reihenbohrvorrichtung. Für die Haustechnik folgten 300 Kernbohrungen mit Durchmessern von 52 bis 500 mm. Zum Equipment zählten unter anderem eine modifizierte Tyrolit-Seilsäge SK-B mit galvanischem Sägeseil, Kernbohrgeräte von Husqvarna, Tyrolit und Weka sowie Bohrkronen von Hydro-Tec.
"Dieses Projekt war eine wahre Herausforderung, der wir uns sehr gerne angenommen haben", erklärt Geschäftsführer Thorsten Welter. "Jeder einzelne Kollege brachte in vielen Stunden Brainstorming seine Ideen und Vorschläge ein, um dieses einzigartige Projekt möglich zu machen. Ich danke dem gesamten Team für diesen Einsatz sehr herzlich. Auch unser Auftraggeber zeigte sich in allen Belangen offen für außergewöhnliche Lösungsansätze und schenkte uns sein vollstes Vertrauen."