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Citywohnpark wird im Bestand modernisiert

Von ABZ
In Duisburg
Dank sehr gut erhaltener Bausubstanz wurde nur erneuert, was erneuert werden musste, z. B. die Fassade mit einer VHF aus zeitgemäßer Dämmung und Cradleto- Cradle zertifizierten Equitone-Fassadentafeln. | Foto: Druschke Architektur

Duisburg (ABZ). – Seit 2021 wird der Citywohnpark in Duisburg im bewohnten Zustand energetisch, gestalterisch und funktional erneuert. Nach Angaben der Beteiligten setzt das Büro Druschke Architektur dabei auf die Weiternutzung der vorhandenen Gebäudesubstanz.

Bestandteil der Sanierung sind unter anderem neue Gebäudehüllen mit Fassadentafeln von EQUITONE, barrierearme Zugänge sowie begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen.

Der zwischen 1969 und 1972 errichtete Citywohnpark umfasst 16 Gebäude mit rund 30.000 m² Wohnfläche und 421 Wohneinheiten für etwa 1.200 Bewohner. 2019 gewann Druschke Architektur den vom Wohnungsbauunternehmen Gebag ausgelobten Wettbewerb für die Modernisierung des Quartiers. „Wir wollten den Bestand nicht ersetzen, sondern zu neuem Leben erwecken. Die vorhandene Substanz sahen wir als Ressource, energetisch, sozial und gestalterisch“, erläutert Dirk Druschke.

Sanierung im bewohnten Zustand

Die ursprünglich vom Architekten Gerhard Krapoth entworfenen Gebäude weisen unterschiedliche Grundrisse sowie eine Staffelung bis zu acht Geschossen auf. Laut Projektbeteiligten bildeten die Belichtungssituation und die Raumzuschnitte die Grundlage für eine Sanierung anstelle eines Abrisses.

Im Zuge der Arbeiten wurde die bestehende Gebäudehülle zurückgebaut, die Außenwände gedämmt und die Fenster erneuert. Zudem erhielten die Gebäude begrünte Flachdächer mit Photovoltaikausstattung. Aufzüge und Wohnungstüren werden ebenfalls modernisiert. Die Zugänge wurden barrierearm gestaltet. Frühere Eingangsbereiche wurden nach Angaben der Planer heller und großzügiger ausgeführt sowie mit neuen Beleuchtungs- und Leitsystemen ausgestattet. Die abschnittsweise Umsetzung erfolgte im bewohnten Zustand.

Faserzementtafeln für die Gebäudehülle

Gestalterisches Merkmal der Sanierung ist die neue vorgehängte hinterlüftete Fassade mit Faserzementtafeln von EQUITONE. Das Farbkonzept orientiert sich laut den Planern an den umliegenden Grünflächen. Die Gebäudeköpfe wurden in abgestuften Farbtönen von Hellgrau über Gelb bis Grün gestaltet, während die übrigen Fassadenbereiche in Grautönen gehalten sind.

Zum Einsatz kam EQUITONE [natura] PRO auf einer Fläche von rund 29.000 m². Nach Herstellerangaben handelt es sich um durchgefärbte Fassadentafeln mit spezieller Beschichtung. Die Tafeln werden demnach mehrfach mit Reinacrylat in Walz-Gieß-Technik beschichtet. Eine abschließende Heißverfilmung dient laut Hersteller dem Oberflächenschutz.

Nach Angaben des Herstellers verfügen die Faserzementtafeln zudem über eine Cradle to Cradle Certified Bronze-Zertifizierung. In den Kategorien Materialwiederverwendung und Soziale Gerechtigkeit werde Silber erreicht. Damit könnten die Produkte laut Hersteller bei Nachhaltigkeitsbewertungen nach DGNB-, LEED- oder BREEAM-Standards berücksichtigt werden.

Studie zur CO2-Einsparung

Eine projektbegleitende Untersuchung des Ingenieurbüros NBZ Bau kommt laut den Beteiligten zu dem Ergebnis, dass durch die Modernisierung und Weiternutzung des Citywohnparks gegenüber einem Abriss mit Neubau rund 15.000 t CO2 vermieden werden konnten. Dies entspreche etwa der Hälfte der prognostizierten Emissionen eines Ersatzneubaus.

„Projekte wie der Citywohnpark, die den Erhalt und die Ertüchtigung der Gebäude in den Fokus stellen, sind in idealer Weise nachhaltig: ökologisch, ökonomisch und sozial“, bilanziert Dirk Druschke.

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