Die Stimmung in der Bauwirtschaft zu Beginn des Herbstes bleibt durchwachsen. "Während der Tiefbau von nachhaltigen Investitionen in die Energie- und Verkehrsinfrastruktur profitiert, belastet die schwache gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland besonders den Hochbau", fasste jüngst Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts für das erste Halbjahr 2025 zusammen.
Auch Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sprach von einer gedämpften Bilanz im Wohnungsbau – trotz enormem Wohnungsmangel.
Im Zangengriff weiterhin hoher Zinsen und Baukosten springe der Wohnungsbau auch bisher nicht an "Allein der politische Wille baut noch keine Wohnung", monierte er. "Mit Blick auf die Branche sehen wir Erholung – in Zahlen und Stimmung", sagte hingegen Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, im aktuellen Exklusivinterview der ABZ, räumte aber gleichzeitig ein: "Aber – wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen."
Um so mehr rücken mit den beiden großen Herbstmessen in diesem Jahr – der NordBau in Neumünster und der RATL in Karlsruhe zwei Schauplätze in den Fokus, bei denen Aussteller, Händler und Veranstalter erneut den Puls zur Investitionsbereitschaft bei Teilnehmern und Kunden messen werden. Es bleibt also abzuwarten, ob im zweiten Halbjahr tatsächlich eine Trendwende für die gesamte Bauwirtschaft eintritt, oder nur einzelne Bereiche profitieren.