Die Überschrift der jüngst veröffentlichten Erhebung "Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025" der Marktforscher von KfW Research lautete schlicht:
"Pläne für Geschäftsaufgaben wachsen erneut". Wie gewohnt haben die Wissenschaftler des Tochterunternehmens der KfW-Bank Zahlen und Daten zu mittelständischen Unternehmen zusammengetragen und ausgewertet, deren Ergebnis – ganz entgegen der eher positiv formulierten Überschrift – Anlass zu größter Sorge geben sollte. Denn nach der Erhebung wollen immer mehr mittelständische Unternehmen nach altersbedingtem Rückzug der Chefs schließen. Dass Unternehmensnachfolger zu finden, meist ein schwieriges und langwieriges Unterfangen ist, ist bekannt. KfW Research fasst für 2025 jedoch erstmals zusammen, dass jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwäge, nach dem Ausscheiden der jetzigen Senior-Generation in der nahen oder ferneren Zukunft zu schließen.
In Zahlen: Bis 2029 planten 545.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolgeregelung, 569.000 strebten keine Fortführung an. "Erstmals gebe es damit einen kleinen Überhang von Unternehmen, die die Stilllegung planen", so die Forscher. Die mittelständischen Unternehmen seien "das Rückgrat der deutschen Wirtschaft", es brauche "nachhaltig mehr Gründungsbereitschaft" und weniger Bürokratie in Deutschland. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Deindustrialisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschlands vor allem in der Automobilindustrie verwundert umso mehr der jüngste Vorstoß von Vizekanzler Klingbeil, die Erbschaftssteuer zu reformieren und Betriebsvermögen einbringen zu wollen. Verbände kritisieren den Vorstoß scharf.
"Statt Betriebe zu entlasten und Investitionen zu fördern, droht die Partei in ihrem Konzeptpapier, den Unternehmen weitere Liquidität zu entziehen und Nachfolgen zu erschweren", monierte Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer, "Finger weg vom Betriebsvermögen", brachte es Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks auf den Punkt, Steuererhöhungen seien "bestimmt nicht das Reformrezept", mit dem die kranke deutsche Wirtschaft wieder gesundet. Es darf auch bezweifelt werden , dass das Vorhaben Klingbeils dazu beiträgt, die Suche nach Unternehmensnachfolgen zu vereinfachen.