Wie schnell globalpolitische Maßnahmen Einfluss auf deutsche Marktplätze haben können, zeigte sich recht schnell nach dem Angriff der USA auf den Iran: Innerhalb kürzester Zeit nach den Militäraktionen sind die Spritpreise in Deutschland davongaloppiert.
Rund 25 Cent pro Liter höher wurde Treibstoff nach rund einer Woche gehandelt – je nach Sorte – die 2-Euro-Marke wurde schnell überschritten.
Am 10. März warnte der Tankstellen-Interessenverband, dass da "noch mehr kommen" könne, eine weitere Preiserhöhung auf 2,50 Euro sei denkbar. Während manche gleich wieder lautstark Rettungsschirm-Aktionen von der Politik einfordern, etwa Tankrabatte oder Steuersenkungen, sollte zumindest festgehalten werden, dass der Angriff der USA auf den Iran eigentlich nicht als Grund für eine Spritpreiserhöhung der Mineralölkonzerne in Deutschland taugt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom 9. März stammten lediglich rund 6 Prozent der Rohöl-Importe 2025 aus dem Iran, also ein eher verschwindend geringer Anteil.
Der Verband der Tankstellen- eigentümer und -pächter (TIV) konstatierte mit harschen Worten das Vorgehen der Mineralölkonzerne: "Die Lager sind voll. Es gibt überhaupt keinen Grund, momentan – gestern nicht und heute nicht – die Preise zu erhöhen", sagte der Pressesprecher des Verbands Herbert W. Rabl gegenüber Medien. Die Preiserhöhungen seien "reine Abzocke", zudem würden Pächter oder Inhaber nur begrenzt von den Preiserhöhungen profitieren. Der Verband forderte politische Maßnahmen und stärkere Kontrollen des Marktes. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Sepp Müller hatte dazu jüngst in Medien geäußert, dass man Strafzahlungen prüfe, auch mit dem Kartellamt werde über "andere mögliche Werkzeuge" geredet. Finanzminister Lars Klingbeil will ein "schnelles Handeln der Bundesregierung", die Transparenzpflichten für Mineralölkonzerne könnten erhöht werden und auch, festzulegen, dass die Spritpreise nur noch einmal am Tag steigen dürften. Letztere Maßnahme hatte in Österreich zu wenigeren Preissprüngen im Tagesverlauf geführt. "Es wäre schön, wenn die Politik gegenüber den großen Konzernen, ob es nun Techkonzerne sind oder Mineralölkonzerne sind, ein bisschen mehr Eier in der Hose hätte", hat Rabl gegenüber Medien gesagt. Bis zum bevorstehenden Osterfest wird sich sicherlich zeigen, ob dem so ist – und ob sich Mineralölkonzerne womöglich selbst ein Ei ins Nest gelegt haben, das sie garnicht wollten.