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Stimmungen

Die Stimmung in der deutschen Auto- und Bauindustrie bleibt angespannt. Politische Ankündigungen müssen jetzt in effektives Handeln überführt werden.

Schon vor einem Jahr hatte sich die Stimmung in der Autoindustrie verschlechtert, die Branche steckte in einer Gemengelage bestehend aus "tiefgreifender Transformation, intensivem Wettbewerb und schwache Konjunktur", hatte eine Expertin des ifo Instituts zusammengefasst.

Im Baugewerbe war die Stimmung nicht viel besser, viele schauten auf den bevorstehenden Regierungswechsel in Berlin und warnten vor einem "Jahr des Stillstands". Mit dem beschlossenen Sondervermögen für die Verteidigungs- und Infrastruktur wurde dann ein Signal gesetzt, das vermuten ließ, dass auch die Parteien der neuen Bundesregierung verstanden hatten, dass grundlegende Stellschrauben für den Wirtschaftsstandort Deutschland neu justiert werden müssen. Am Ende des Jahres 2025 werden Bundeskanzler Merz und sein Stellvertreter Klingbeil nicht müde zu betonen, dass man "verstanden habe" und nun schnellstmöglich an der Umsetzung von verschiedensten Maßnahmen in allen Kern-Wirtschaftsbereichen arbeite.

Der im Juli von der Autobahn GmbH verhängte Ausschreibungsstopp oder die erst vor rund 14 Tagen erfolgte Freigabe 23 baureifer Infrastrukturprojekte durch Bundesverkehrsminister Schieder belegen anschaulich die Lücke zwischen politischen Aussagen und deren Umsetzung in die Praxis. "Deutschlands Infrastruktur gewinnt ihre Stärke nicht in der politischen Ankündigung, sondern auf der Baustelle durch Tempo, Innovation und Effizienz", hatte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), die Ankündigungen kommentiert.

Es sei aber ein wichtiges Zeichen für den bauindustriellen Mittelstand, der "über zwölf Monate auf dem Abstellgleis" gestanden habe. Wolfgang Schubert-Raab, Präsident Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), erklärte, dass das Sondervermögen eine große Chance biete – aber nur, wenn das Geld tatsächlich zusätzlich investiert werde, statt zwischen Haushalten verschoben zu werden. Der Präsident fordert: "Jetzt zählt Konsequenz – Bauen statt Bremsen!". Nach aktuellsten Zahlen hellt sich die Stimmung in der Bauwirtschaft tatsächlich auf – für 2026 wird ein deutliches Umsatzplus erwartet.

Kai-Werner Fajga

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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