Mit harschen Worten charakterisiert Peter Leibinger, Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im jüngst vorgelegten Industriebericht die Sichtweise des Verbands auf den Wirtschaftsstandort Deutschland.
"Der Wirtschaftsstandort befindet sich im freien Fall, doch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug", lautet die Zusammenfassung der Ereignisse im ablaufenden Kalenderjahr. Der Standort befinde sich in seiner historisch tiefsten Krise, die deutsche Industrie stehe "am Ende des Jahres 2025 vor einem dramatischen Tiefpunkt", für 2025 werde ein Rückgang der Produktion in der Industrie um 2 Prozent erwartet. In dem Jahresabschlussbericht resümiert der Verband für die Bauindustrie eine eher positive Entwicklung, es sei eine "Stabilisierung auf niedrigem Niveau" zu verzeichnen. Im Vergleich zum Jahresbeginn habe sich die Stimmung im Bauhauptgewerbe nach vier Jahren rückläufiger Umsätze in Folge deutlich verbessert.
"Dies ist aber allein auf positivere Geschäftserwartungen aufgrund der Ankündigung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität zurückzuführen", folgert der BDI. Sorgen hätten Baufirmen nach einer aktuellen DIHK-Umfrage hinsichtlich der Arbeitskosten sowie der Energie- und Rohstoffpreise, das Sorgenkind bleibe die niedrige Anzahl von Baugenehmigungen im Hochbau, die zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent zugenommen habe, die Zahl der genehmigten Wohnungen im Mehrfamilienhausbau liege aber immer noch um rund 36 Prozent unter dem Niveau von 2021.
Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe zeigt laut BDI für Januar bis August 2025 ein reales Plus von 6,5 Prozent, Betriebe verzeichneten mit einem Umsatzplus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine positivere Entwicklung als erwartet. Wichtig sei laut BDI nun, dass "Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität so schnell wie möglich in konkrete Aufträge fließen und Bauprojekte umgesetzt werden" würden. Ein deutlich positiver Impuls werde allerdings erst "ab 2027 und 2028 spürbar".