Nachdem die CDU unlängst die Neubesetzung von Ministerien der neuen Regierungskoalition bekannt gegeben hatte, verkündete der designierte Vizekanzler und künftige Bundesminister für Finanzen, Lars Klingbeil (47), nun auch seitens der SPD, welche Personalien die Partei für die vereinbarten Ressorts vorsieht. Wer bisher meinte, dass in Berlin immer nach dem Motto "Weiter so . . ." regiert werde, muss sich jedoch eines Besseren belehren lassen, denn Boris Pistorius (65) ist der einzige Minister der Ampelregierung, der seinen Posten behalten soll. Sofern Ministerien nicht an die CDU abgegeben werden mussten und weiter von der SPD besetzt werden, findet ein großes Stühlerücken statt.
Das betrifft auch das Bundesbauministerium, denn Klara Geywitz (49) muss ihren Posten an die bisherige SPD-Vizefraktionschefin Verena Hubertz (37) abtreten. Die Bauindustrie bekommt es somit an den drei staatlichen Institutionen Finanzministerium, Verkehrsminsterium und Bauministerium mit neuen Ansprechpartnern zu tun, die bis auf Patrick Schnieder (57) als Bundesverkehrsminister bisher wenige oder keine Berührungspunkte mit den Branchen hatten.
Klingbeil setzte bisher die inhaltlichen Schwerpunkte seines politischen Wirkens hauptsächlich in den Bereichen Sicherheitspolitik und Digitalisierung, seit 2009 ist er Abgeordneter im Bundestag, seit 2017 Generalsekretär der SPD. Hubertz hat nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre eine erfolgreiche crossmediale Kochplattform mitgegründet, deren Verantwortung sie im Jahr 2020 abgab, um im Wahlkreis Trier als Direktkandidatin für den Bundestag anzutreten. Im September 2021 gewann Hubertz das Direktmandat, im Dezember 2021 wurde sie als eine von acht stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt.
In der letzten Legislaturperiode war sie im Bundestag stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen. Hubertz werde "ihre geballte Führungs- und Managementerfahrung künftig in den Bau von Wohnraum stecken und damit eine der entscheidendsten sozialen Aufgaben dieser Zeit übernehmen", heißt es zum Amtsantritt aus der Partei. Die Branchenverbände begrüßten die neuen Personalien in ersten Stellungnahmen, es "brauche einen Neuanfang".