"Alles jetzt und nicht später" ist das Lebensmotto der neuen Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz, wie sie sich Interessierten auf Youtube per aktuellem Video vorstellt. Dass die neue Ministerin bei der Umsetzung von Maßnahmen in der Baubranche aufs Tempo drücken will, hatte sie gleich zu ihrem Amtsantritt angekündigt. "Ich habe Tempo versprochen. Beim Bauturbo mache ich Tempo", sagte sie, die Rekordinvestitionen der Bundesregierung sollen "zügig und effizient" abfließen und "nicht in unnötigen Planungsschleifen" versickern.
Einzelheiten sollten in diesen Tagen mit Bunsdesfinanzminister Klingbeil vorgestellt werden . Das ambitionierte Ziel ihrer Vorgängerin Klara Geywitz, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen, verfolgt die Ministerin jedoch nicht mehr. "Wir haben es nicht in den Koalitionsvertrag geschrieben. Das finde ich auch richtig", hatte sie jüngst gegenüber Medien gesagt, man könne nicht ein Ziel "vier Jahre in Stein meißeln, wenn sich die Welt um uns herum radikal ändert." Aber: Die Zahl von rund 250.000 im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohnungen sei "eine Vollkatastrophe" gewesen, "da müssen wir wieder raus".
Das Ziel ihrer Vorgängerin, mehr Neubauvolumen durch die Verwendung serieller Produktionstechnik zu erreichen, ist aber offensichtlich auf fruchtbaren Boden in ihrem Ministerium gefallen, denn Hubertz will die Kosten für den Bau neuer Wohngebäude nun deutlich reduzieren. "Die Hälfte können wir uns durchaus auf die Schippe nehmen als sehr ambitioniertes Ziel", sagte die SPD-Politikerin jüngst gegenüber Medien. Dieses Ziel wolle sie unter anderem über mehr serielle Vorprodukte erreichen, etwa vorgefertigte Gebäudewände. "Wir sparen richtig an den Kosten.
Da kann man 30 bis 40 Prozent ganz leicht reinholen", ist sich die Ministerin sicher. Statt 5000 Euro Baukosten pro Quadratmeter könne man dann bei 2500 bis 3000 Euro pro Quadratmeter landen. "Ich bin der Überzeugung, da geht vielleicht auch noch mehr. Wenn wir uns dann noch die Finanzierungskosten angucken, dann haben wir ein rundes Bild", habe sie gesagt. Beim Vorhaben, ambitionierte Ziele zu setzen, hat der Bau-Turbo somit offensichtlich schon gezündet.