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Preisdruck auf Handel und Zulieferer steigt

Die Bauindustrie erlebt Wandel durch Preisdruck und Fachkräftemangel. Bauzulieferer müssen sich strategisch anpassen, um angesichts sinkender Margen erfolgreich zu bleiben.

Von ABZ

München (ABZ). – Die Bauindustrie steht nach über 15 Jahren des kontinuierlichen Anstiegs der Verkaufszahlen von Premiumprodukten vor einem signifikanten Wandel im Neubausegment. Laut einer neuen Kurzstudie der Unternehmensberatung S&B Strategy zeichnet sich eine schleichende Commoditisierung ab, die durch mehrere Einflussfaktoren hervorgerufen wird. Der veränderte Gebäudemix, die zunehmende Verhandlungsmacht der Anwender und der anhaltende Druck auf die Baukosten sind zentrale Elemente dieses Wandels.

Die Studie zeige, dass sich der Fokus von hochwertigen, spezialisierten Lösungen mehr und mehr zu standardisierten Produkten verlagert habe.
Historische Baukostensteigerungen wurden demnach zum Teil durch höhere Materialpreise und zusätzliche Kosten für CO2-Reduktionsmaßnahmen wie Dämmungen und Schallschutz bedingt.

Infolge dieser Entwicklungen wird eine Senkung der Baukosten für Roh- und Ausbau ab 2025 um etwa 4 Prozent jährlich prognostiziert. Dabei zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Gewerken: Während Commodities weniger betroffen seien, steige der Druck auf hochpreisige Produkte, die die Baukosten in die Höhe treiben, zeigt die Studie.

Ein weiterer kritischer Punkt ist laut den Autorn der verschärfte Fachkräftemangel in den ausführenden Gewerken. Dies führe nicht nur zu Konsolidierungen unter Bauunternehmen, sondern auch zu einer erhöhten Verhandlungsmacht gegenüber Handels- und Zulieferunternehmen. Die erwartete Abnahme der Kapazitäten in der Bauausführung könnte bei gleichzeitig massiver Förderung des sozialen Wohnungsbaus zu einem Rückgang der Quadratmeterpreise und weiterem Preisdruck im Hochbau führen.

Unternehmen in der Bauzulieferindustrie sehen sich einem neuen Risiko gegenüber, da sie steigende Materialpreise an ihre Kunden weitergeben müssen. In Kombination mit steigenden Einkaufspreisen und Verwaltungskosten ergeben sich erhebliche Profitabilitätsrisiken, besonders für jene Hersteller, die über keine starken Kostenvorteile in Commodity-Märkten oder Eintrittsbarrieren in Nischenmärkten verfügen. Vor allem breit aufgestellte Unternehmen, die einen breiten Produktmix anbieten, sind gefährdet, weil sie ihre Margen über höherpreisige Produkte sichern müssen.

Unternehmen, die sich frühzeitig auf diese veränderte Realität einstellen, haben demnach bessere Chancen, künftig rentabel zu bleiben. Die angekündigten Lohnsteigerungen in Planung und Ausführung würden voraussichtlich nur teilweise in der Bauzulieferindustrie ankommen, was die Preissteigerungen begrenzen könnte. Dies stelle eine zusätzliche Herausforderung dar, die Unternehmen zur Überprüfung ihrer strategischen Ausrichtung zwingt. Erfolgreich werden in Zukunft vor allem Firmen sein, die entweder durch Kosteneffizienz oder durch hohe Spezialisierung mit entsprechenden Preisaufschlägen punkten können. Unternehmen, die zwischen diesen beiden Ansätzen verharren, laufen Gefahr, unter Margendruck zu geraten.

Zusammenfassend erfordert die aktuelle Marktentwicklung laut Studie von Bauzulieferfirmen eine klare Fokussierung. Gesellschafter müssen kritisch prüfen, ob bestehende Geschäftsmodelle langfristig erfolgreich sein können, heißt es von Seiten der Forschenden. Der strategische Umgang mit den Herausforderungen, die durch steigende Baukosten, Fachkräftemangel und geförderte soziale Bauvorhaben entstehen, werde über den zukünftigen Erfolg in der Branche entscheiden. Schnelle Anpassungen an die neuen Marktanforderungen sind notwendig, um im Wettbewerb bestehen zu können.

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