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Mehr Kapazität für den Rhein-Donau-Korridor

Von ABZ
Logistik-Drehkreuz wird ausgebaut
Auf dem rund 80 000 Quadratmeter großen Gelände entsteht ein modernes KV-Terminal mit automatisierten Kranen. | Foto: DB Infrago AG

Dornstadt (ABZ). – Die Deutsche Bahn erweitert den Umschlagbahnhof Ulm-Dornstadt. Dieser ist ein Bestandteil des Verkehrskorridors Rhein-Donau, der sich von Straßburg bis ans Schwarze Meer erstreckt. Auf knapp 80 000 Quadratmeter entsteht westlich des bestehenden Terminals am Streckenabschnitt Stuttgart-Ulm ein neues Umschlagmodul, wie das Beratungsunternehmen Drees & Sommer mitteilt.

Die Umschlagkapazität soll dadurch auf 300 000 Ladeeinheiten pro Jahr anwachsen. Mit dem symbolischen Spatenstich am 14. Juli 2025 startete offiziell die Bauphase. Drees & Sommer ist für die Projektsteuerung zuständig. Die neue Anlage soll bis 2028 in Betrieb gehen.

Am Umschlagbahnhof Dornstadt-Ulm fahren derzeit täglich bis zu 14 Güterzüge an und ab – Tendenz steigend. Doch mit dem wachsenden Bedarf an umweltfreundlicheren Transportwegen will die Deutsche Bahn die Kapazitäten im kombinierten Verkehr (KV) weiter ausbauen. Deshalb entsteht neben dem bestehenden Terminal ein neues Modul mit vier zusätzlichen Umschlaggleisen, drei vollautomatisierten Kranen, fünf Abstellspuren zur umschlagbedingten Zwischenabstellung von Containern sowie je eine Fahr-, Lade- und Rückfahrspur. Die Investitionskosten in Höhe von 148 Millionen Euro werden neben der Deutschen Bahn auch vom Bund und der EU getragen, informiert Drees & Sommer. Den symbolischen Spatenstich begleiteten unter anderem Berthold Huber (Vorstand Infrastruktur der DB AG), Andreas Schulz (Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße mbH) und Rainer Braig (Bürgermeister der Gemeinde Dornstadt).

„Mit dem Ausbau des Terminals in Dornstadt schaffen wir mehr Verladekapazität und verlagern Güterverkehr von der Straße auf die Schiene, damit Güter lediglich auf der letzten Meile durch Lkw transportiert werden müssen. 22,4 Millionen Lkw-Kilometer können von der Straße auf die Schiene verlagert werden, das bringt eine Einsparung von rund 6,8 Millionen Liter Diesel sowie 16 790 Tonnen CO2 pro Jahr,“ erklärte Berthold Huber, Vorstand Infrastruktur DB AG.

Leiserer Umschlag

Durch das erweiterte KV-Terminal sollen in der Gemeinde Dornstadt fast 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Die umliegende Industrie und das Gewerbe profitieren von zuverlässigen und kostengünstigen Lieferungen. Der Ausbau hat allerdings auch zur Folge, dass mehr Züge und Lkw die Gemeinde Dornstadt anfahren werden als bisher. Um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten, ergreift die Deutsche Bahn geeignete Maßnahmen.

„Die Krane arbeiten mit der sogenannten Soft-Landing-Technologie: Automatisierte Laserscanner steuern die Geschwindigkeit der Krane beim Absetzen der Container. So kann der Lärm beim Verladen der Ware deutlich reduziert werden, wovon vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner profitieren,“ sagt DB-Projektleiter Andreas Witzel. Für den Schienenverkehr plant die Deutsche Bahn eine zusätzliche Anbindung an die Bahnstrecke Stuttgart-Ulm in südlicher Richtung. Bisher mussten die Züge am Bahnhof in Beimerstetten rangieren, um weiter nach Süden fahren zu können.

Mit dem Ausbau des KV-Terminals nimmt auch die Komplexität der Abläufe am Standort zu. Ein digitales Buchungssystem soll künftig gewährleisten, dass die Lkw-Fahrer ein festes Zeitfenster für das Verladen ihrer Transportgüter reservieren können. Zusammen mit den rund 68 Vorstauplätzen für Lkw trägt das System dazu bei, Rückstaus auf der A 8 und Verkehrsbelastungen in den umliegenden Gemeinden zu vermeiden. Die Verladung soll in Zukunft ebenfalls effizienter ablaufen. Die drei vollautomatisierten Krane lassen sich im Bedarfsfall von einem zentralen Büro aus fernsteuern. Das wird laut Drees & Sommer die Wege für das Personal erheblich verkürzen.

Lean-Workshops

Das Team von Drees & Sommer rund um Projektleiter Felix Demuth übernimmt die Koordination aller Planungs-, Genehmigungs- und Bauphasen. Darüber hinaus kümmern sie sich auch um das Kosten- und Termincontrolling. „Projektbeteiligte sollen den Baufortschritt jederzeit nachvollziehen und aktiv mitgestalten können. Daher haben wir Lean-Workshops organisiert, bei denen wir unsere digitalen Tools und Planungsmethoden vorstellen, damit die verschiedenen Teams diese effektiv nutzen können“, wird Felix Demuth zitiert.

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