Wilhemshaven (ABZ). – Eine Eisenerz-Direktreduktionsanlage mit vorgeschalteter Wasserstoff-Elektrolyse könnte am Tiefwasserhafen Wilhelmshaven entstehen. Die Salzgitter AG hat kürzlich mit dem Land Niedersachsen, der Stadt Wilhelmshaven und den Industriepartnern Rhenus und Uniper vereinbart, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. "Am Standort Wilhelmshaven bieten sich mit unseren Industriepartnern vor Ort überaus günstige Voraussetzungen einer optimalen Sektorkopplung von erneuerbaren Energien, einer Wasserstoff-Elektrolyse sowie CO2-armer Direktreduktion von Eisenerz", sagte der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG Prof. Dr. Heinz Jörg Fuhrmann. Dies sei ein weiterer konkreter Schritt zu einer CO2-armen, wasserstoffbasierten Stahlherstellung auf der Grundlage des Technologiekonzeptes SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking). Die kürzlich verabschiedete Nationale Wasserstoffstrategie und das Handlungskonzept Stahl der Bundesregierung könnten wichtige Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen, um ein Greensteel-Wasserstoff-Projekt zu realisieren, so Fuhrmann. "Wir setzen mit diesem Projekt einen ersten wichtigen Meilenstein zur Dekarbonisierung der deutschen Stahlindustrie", so Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Niedersachsen biete ideale Standortbedingungen, um grünen Wasserstoff zu produzieren, und die Salzgitter AG habe ein hocheffizientes Konzept, um diesen Wasserstoff industriell zu verwerten. Für die Region Wilhelmshaven sei diese Zusammenarbeit eine Chance für eine industrielle Neuausrichtung und Weiterentwicklung, verbunden mit der Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Studie umfasst neben der Errichtung der Direktreduktionsanlage auch die Entwicklung der Infrastruktur, um sie mit Rohstoffen, Erdgas und Wasserstoff zu versorgen. Bis zum 31. März 2021 sollen die Ergebnisse vorliegen. Bei erfolgreichem Ergebnis der Machbarkeitsstudie wollen die Partner das Vorhaben gemeinsam umsetzen. Perspektivisch könnten 2 000 000 t direktreduziertes Eisen pro Jahr erzeugt werden. Mit der Bahn soll das Eisen nach Salzgitter gebracht und dort im integrierten Hüttenwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH zu hochwertigen, umweltfreundlichen Flachstahlprodukten weiterverarbeitet werden.
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