Zum Inhalt springen

Museumsinnenhof wieder nutzbar gemacht

Das Museum in Speyer erhielt ein neues Glasdach System Solarlux A61, das den Innenhof ganzjährig nutzbar macht und Denkmalschutz sowie Historie bewahrt.

Von ABZ
Mithilfe eines neu installierten Glasdachs
Das stützenfreie Glasdach wurde unter besonderer Berücksichtigung der historischen Bausubstanz und des Denkmalschutzes konstruiert und eingebaut. | Foto: Isolar

Speyer (ABZ). – Das Historische Museum der Pfalz in Speyer hat seinen zentralen Innenhof mit einem neuen Glasdach ausgestattet. Das System Solarlux A 61 ersetzt die undichte Vorgängerkonstruktion und ermöglicht wieder eine ganzjährige Nutzung des Veranstaltungsbereichs.

Der denkmalgeschützte Museumsbau von 1910 war in den vergangenen Jahren durch Undichtigkeiten des vorhandenen Glasdaches in seiner Nutzung eingeschränkt. Das neue Glasdachsystem wurde von der Hunsrücker Glasveredelung Wagener, einem Isolar-Partner, eingebaut. "Maßgebend für die Art der Überdachung war die stützenfreie Nutzbarkeit des Innenhofes unter besonderer Berücksichtigung der Belange der historischen Bausubstanz und des Denkmalschutzes", beschreibt Architekt Thomas Langendorf die Entwurfsidee.

Das verwendete Solarlux A61 weist laut Isolar einen Wärmedurchgangskoeffizienten (Ug) von 1 W/m²K auf. Die äußere Scheibe besteht aus 8 mm starkem ESG-HST-Sicherheitsglas. Eine Besonderheit der Konstruktion sind unterschiedlich bedruckte Glasflächen mit Transparenzgraden von 0 bis 85 %, die im Digitaldruckverfahren realisiert wurden. "Durch unterschiedlich bedruckte Glasflächen entstehen gezielte Temperaturunterschiede unter dem Dach. Diese bewirken eine Luftmassenbewegung, durch die warme Luft über die Dachklappen nach außen abgeleitet werden kann", erklärt Bojan Gvozdarevic von der Hunsrücker Glasveredelung Wagener. Das Sonnenschutzglas mit spezieller Beschichtung reflektiert nach Angaben des Herstellers Strahlungswärme.

"Diese Schicht wirkt wie ein Spiegel", so Langendorf. "Dadurch fühlt sich die Temperatur unter dem Dach deutlich höher an, als sie tatsächlich ist." Das bedruckte Raster im Glas übernimmt den Sonnenschutz ohne bewegliche Elemente.

Die Montage stellte besondere Anforderungen. Die Überdachung erhebt sich auf eine Höhe von bis zu 17 m, insbesondere im mittleren Bereich mit der Tonnendach-Geometrie. Zusätzlich lag die vorhandene Stahl-Primärkonstruktion außerhalb der vorgesehenen Toleranz. "Erst durch die Entwicklung und Montage einer exakt abgestimmten sekundären Unterkonstruktion konnte die Glasstruktur fachgerecht aufgenommen und dauerhaft abgedichtet werden", so Gvozdarevic. Die Logistik war durch die Lage in der Speyerer Altstadt und die Nähe zum Dom erschwert.

"Alle Transporte mussten über einen Portalkran erfolgen – das war die einzige praktikable Lösung", berichtet der Geschäftsführer. Jeden Abend wurden die noch offenen Dachflächen provisorisch mit Planen abgedeckt. Mit einer Gesamtfläche von 845 m² wurde ein stützenfreier Glasbau realisiert. 321 m² davon erhielten den differenzierten Digitaldruck.

Das Historische Museum der Pfalz zählt zu den bedeutendsten Ausstellungshäusern Deutschlands und beherbergt mehrere hunderttausend Exponate.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Hochbau

Alle anzeigen

"Das ist ein bitteres Déjà-vu"

Von ABZ
/
Tag der Architektur

Interessierte trotzten der Hitze

Von ABZ
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen