Halle (ABZ). – Bei der Sanierung der denkmalgeschützten "Scheibe C" in Halle-Neustadt kamen 220 neue Balkonplatten aus Liapor-Leichtbeton zum Einsatz. Das geringe Gewicht des Baustoffs war entscheidend für die statische Sicherheit des 60 m hohen Gebäudes aus den 1970er-Jahren.
Die "Scheibe C" gehört zu den fünf prägenden Hochhäusern von Halle-Neustadt und wird derzeit umfassend saniert. Ein zentraler Baustein der Maßnahme ist die seitliche Erweiterung des Gebäudes zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum. Für die 220 neuen Balkonplatten verwendeten die Planer Liapor-Leichtbeton LC30/33D1.8. Der Baustoff weist laut Angaben des Herstellers eine Trockenrohdichte von nur 1,8 g/cm³ bei hoher Druckfestigkeit auf. Dadurch wird die Statik des Hochhauses deutlich entlastet. "Gerade bei Auskragungen in großen Höhen ist jedes eingesparte Kilo entscheidend", erklärt Steffen Rudek, Werkleiter bei der Firma th-beton, die den Baustoff herstellte und lieferte.
Eine besondere Herausforderung stellte der Transport des Betons in die oberen Geschosse dar. Dank einer speziell entwickelten Rezeptur ließ sich der Liapor-Leichtbeton mit einer leistungsstarken Betonpumpe aus dem Bergbau bis in die 18. Etage fördern. "Die Entwicklung der passenden Rezeptur für den pumpfähigen Liapor-Leichtbeton war eine Herausforderung", berichtet Rudek.
In enger Zusammenarbeit mit den Liapor-Experten und dem firmeneigenen Labor sei die entsprechende Mischung gefunden worden. Vor Ort wurden jeweils zwei nebeneinanderliegende Balkonplatten mittels Holzschalung gegossen. Die Betonagen verliefen nach Angaben der Beteiligten problemlos. Bis Ende 2024 waren alle Balkonplatten fertiggestellt.
Die Balkonplatten misst 1,83 x 3,5 m bei einer Stärke von etwa 15 cm. Sie sind in 60 cm tiefe Lastbalken eingebunden, die die Kräfte in die Stahlbetondecken ableiten. Während die unteren sieben Geschosse mit Normalbeton ausgeführt wurden, kam ab dem 8. bis ins 18. Stockwerk Liapor-Leichtbeton zum Einsatz. Vor der Montage der neuen Balkone war das Gebäude nach der Entkernung und Entfernung der alten Balkone an den Längsseiten um je 2 m breite Ortbetonflächen erweitert worden. Insgesamt wurden 430 m³ des Leichtbetons verbaut. Die Entwurfsplanung lag bei Nuckel Architekten aus Hamburg, die Tragwerksplanung übernahm das Unternehmen Brakemeier aus Hamburg. Die Firma Proversa aus Halle setzte die Arbeiten vor Ort um. Mit Abschluss der Balkonarbeiten Ende des Jahres 2024 wurde den Verantwortlichen zufolge ein wichtiger Meilenstein der Revitalisierung erreicht. Aktuell entstehen die Treppenhäuser an den Stirnseiten. Bis Ende 2026 soll das denkmalgeschützte Hochhaus durch die Berliner SLS Vermögensverwaltungsgesellschaft GmbH vollständig saniert sein. Die "Scheibe C" wird dann wieder als Studentenwohnheim mit 308 neu gestalteten Apartments genutzt.