Kassel (ABZ). – Mit der neuen Trinkwasserverordnung 2023 werden die Grenzwerte für Schwermetalle verschärft. Der Grenzwert für Blei wird zum 12. Januar 2028 auf 0,005 mg/l (beziehungsweise 5 µg/l) halbiert.
Rehau bietet laut eigener Aussage mit seinem bleifreien Rotguss RG+ eine Lösung für eine gesundheitlich unbedenkliche Trinkwasserinstallation.
Das Trinkwasser der lokalen Versorger in Deutschland zählt zu den am strengsten überwachten und qualitativ hochwertigsten Lebensmitteln. Diese Überwachung endet jedoch bisher zumeist am Hausanschluss, obwohl die Qualität des Wassers innerhalb des Gebäudes durch die vorhandene Trinkwasserinstallation maßgeblich beeinflusst wird, informiert Rehau.
Blei ist das meistdiskutierte Schwermetall im Trinkwasser. Früher wurden daraus Rohrleitungen hergestellt und in Gebäuden installiert. Bis heute finden sich noch in Altbauten vereinzelt Bleirohre oder Verbindungsstücke. Neben seiner historischen Anwendung als Rohrwerkstoff wurde Blei vor allem bei Kupferlegierungen zur Herstellung von Bauteilen zugegeben.
Es bewirkt unter anderem einen guten Spanbruch bei der maschinellen Bearbeitung von Fittings und Armaturen beziehungsweise ermöglicht besonders druckdichte Bauteile im Sandgussverfahren. Blei kann jedoch bereits in sehr niedrigen Aufnahmemengen über das Trinkwasser gesundheitsgefährdend sein. Besonders bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern ist eine Schädigung des Nervensystems und des Gehirns sowie eine Beeinträchtigung der Blutbildung nicht auszuschließen.
Die neue Trinkwasserverordnung 2023 (TrinkwV) fokussiert sich daher auf den chemischen Parameter Blei. Da davon ausgegangen werden kann, dass eventuell noch vorhandene Bleileitungen den neuen Grenzwert nicht mehr einhalten, erzwingt der § 17 explizit die Stilllegung beziehungsweise einen Austausch noch vorhandener Bleileitungen, verbunden mit einer Anzeigepflicht des Wasserversorgers oder Fachhandwerkers an das Gesundheitsamt, wenn entsprechende Leitungen gefunden werden.
Auch für weitere Bauteile in der Trinkwasserinstallation wie Armaturen, Absperrungen, Fittings und Wasserhähne, die aus bleihaltigen Kupferlegierungen bestehen, kann diese Verschärfung Konsequenzen haben, wenn im Betrieb eine zu hohe Menge Blei ans Trinkwasser abgegeben wird. Sowohl bei einer Installation in Neubauten als auch bei einer zu sanierenden Anlage sollten im Sinne der Nachhaltigkeit grundsätzlich bleifreie Werkstoffe verwendet werden, empfiehlt Rehau. So begegne man präventiv zukünftig erwartbaren Verschärfungen der Grenzwerte zur Bleiabgabe. Außerdem lasse sich damit sicher verhindern, dass das Schwermetall Blei wieder in den Stoffkreislauf und den damit verbundenen Recyclingprozess einfließt.
Bisher war laut Rehau keine bleifreie Variante auf Basis des klassischen Werkstoffs Rotguss mit all seinen positiven Eigenschaften verfügbar. Diese Lücke schließe der neue Werkstoff RG+ (CuSn4Zn2PS), der nach jahrelanger Entwicklung ohne Blei die korrosionstechnischen Eigenschaften der Kupfer-Zinn-Zink-Legierung erreicht. Die neue Legierung eigne sich nicht nur für Installationen in Deutschland, sondern sei für das europäische Trinkwasser entwickelt und optimiert worden.
Der Werkstoff RG+ wird bei allen Fittings RAUTITAN RX+ bereits seit 2019 verwendet und bietet in Kombination mit den restlichen Bestandteilen des REHAU RAUTITAN Systems nach Herstellerangaben die optimale Kombination von technischen und hygienischen Lösungen für eine sichere Trinkwasserinstallation.