Boxberg (ABZ). – Die drei verbliebenen Kühltürme des ehemaligen Werks 2 am Kraftwerkstandort Boxberg wurden planmäßig gesprengt. Mittags fielen die 113 m hohen und am Fuß 80 m breiten Bauwerke gezielt ineinander zusammen.
Ihre Überreste – mehr als 35.000 t Stahlbeton – sollen nachfolgend fachgerecht wieder aufbereitet und verwertet werden.
Die Vorbereitungsarbeiten, Erstellen von Entlastungsschnitten und Kernbohrungen, übernahm die Jans Betonbohrtechnik GmbH mit Sitz in Burgstädt in Sachsen. Zum Einsatz kam ein Allradhubsteiger mit einer Arbeitshöhe bis 51 m, um die Bohr- und Sägetechnik sowie die Strom- und Wasserversorgung in eine Höhe von 45 m zu bringen.
"Die präzise Erstellung der Entlastungsschnitte und Kernbohrungen nach Vorgaben des Auftraggebers ist wichtig, um die Sicherheit und Genauigkeit während des Sprengvorgangs zu gewährleisten", erklärt Geschäftsführer Swen Jans.
Insgesamt wurden rund 320 m² per Wandsäge geschnitten und etwa 200 Kernbohrungen mit 250 mm Durchmesser erstellt. Die Entlastungsöffnungen begannen in circa 40 m Höhe und wurden bis auf 8 m über dem Boden geführt. Dabei entstanden rund 230 t Abraum. Mit der Sprengung der Türme schaffte die LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG) in Boxberg auf insgesamt 24,5 ha weiteren Platz für großtechnische Speicherlösungen für grünen Strom.
Bereits im Entstehen ist derzeit in östlicher Nachbarschaft zum Kraftwerk die BigBattery Oberlausitz mit einer Netzanschlussleistung von 100 MW und einer Speicherkapazität von 137 MW. Noch in diesem Jahr soll Baustart für eine neue 380-Kilovolt-Schaltanlage sein. Sie soll die erneuerbare Stromerzeugung im Umfeld des Kraftwerksstandortes Boxberg sowie die wachsende Giga-Battery verbinden und den Anschluss an das Übertragungsnetz herstellen. Seit 10 Jahren ist Jans laut eigener Aussage als Spezialist im Betonrückbau aktiv, seit drei Jahren mit eigenem Fachbetrieb.
Das Fachverbandsmitglied agiert im Verbund mit drei weiteren Kernbohrunternehmen in der Region und zählt auf ein Team mit 20 Mitarbeitern.