Stuttgart (ABZ). – Beim Umbau des Kraftwerks Forbach im Schwarzwald zu einem Pumpspeicherkraftwerk kommt der Spritzbetonbeschleuniger Sika Sigunit L-5401 AF zum Einsatz. Das Produkt der Sika Deutschland GmbH & Co. KG wird zur Sicherung des unterirdischen Kavernen- und Tunnelsystems verwendet.
Das Wasserkraftwerk Forbach wird bereits seit über 100 Jahren zur Stromerzeugung genutzt. Um die Anlage der wachsenden Nachfrage anzupassen, wird sie zum Pumpspeicherkraftwerk umgebaut und das bestehende Speichervolumen nahezu verdoppelt. Dabei werden vorhandene Bereiche modernisiert sowie ein neues Kavernenkraftwerk und ein neuer Kavernenspeicher gebaut. Die Porr GmbH & Co. KG/Porr AG führt den Um- und Neubau im Auftrag der EnBW Energie Baden-Württemberg AG durch. Der Bau des neuen unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks umfasst rund 5,9 km Tunnel mit einem Haupt- und sechs Nebenstollen, zwei Schächte sowie eine 123 m lange, 20 m breite und 40 m tiefe Kaverne. Hier wird sich das Kraftwerk befinden, das ab Herbst 2027 laut Angaben der Betreiber rund 30.000 Haushalte mit Strom versorgen soll.
Das vorwiegend aus Schwarzwaldgranit bestehende Gebirge wird im Sprengvortrieb ausgebrochen und unter Verwendung von Nassspritzbeton gesichert. "Bei der Verwendung von Spritzbeton sind die Anforderungen an die Anfangsfestigkeit des Materials sehr hoch. Der Nassspritzbeton darf nur einen minimalen Rückprall vorweisen und muss möglichst schnell auf dem Untergrund, also Fels oder Beton, haften. Nur so kann sicher über Kopf gearbeitet und der Tunnel dauerhaft vor herabfallendem Gestein geschützt werden", erläutert Oliver Mannheim, Leiter der Anwendungstechnik Betonzusatzmittel von Sika.
Der verwendete Beton muss mindestens die Güteklasse C25/30 und in einigen Bereichen sogar C35/45 jeweils mit der Frühfestigkeitsklasse J2 erreichen. Um diese Eigenschaften zu gewährleisten, wird der Spritzbetonbeschleuniger Sika Sigunit L-5401 AF dem Nassspritzbeton direkt an der Düse des Spritzbetonmobils mit einer Dosierung von 6 bis 8 % des Zementgewichts zugeführt.
Sika Sigunit L-5401 AF ist laut Hersteller ein alkalifreier Erstarrungsbeschleuniger für Spritzbetonanwendungen in flüssiger Form, der vor allem im Tunnel-, Minen-, Stollen- und Schachtbau eingesetzt wird.
"Auf der Baustelle haben wir einen großen Tankcontainer mit 30-Tonnen-Fassungsvermögen aufgestellt, der mit einem digital gesteuerten Füllsensor ausgestattet ist. Auf diese Weise lässt sich jederzeit online der Füllstand abfragen und bedarfsgerecht Material nachbestellen", beschreibt Christoph Rudigier, Key Account Manager Tunnelbau von Sika, die Lagerhaltung auf der Baustelle.
Je nach Baufortschritt wird der Beschleuniger in IBC-Container gefüllt und zum Spritzmobil an der Ortsbrust transportiert oder das Spritzmobil kommt zum Nachtanken aus dem Tunnel. Für die Arbeiten ist das Spritzmobil mit einer von Sika entwickelten Wärmeschutzhaube für den IBC-Container ausgestattet, da besonders auf die Temperatur bei der Zumischung geachtet werden muss.
Der Erstarrungsbeschleuniger sorgt Sika zufolge für ein sicheres Aufbringen des Nassspritzbetons und gewährleistet einen unfallfreien Bauablauf beim Projekt Pumpspeicherkraftwerk Forbach.