Berlin (ABZ). – Die Lindner Group hat beim Institut Bauen und Umwelt (IBU) als erster Komplettanbieter eine Re-Use-EPD erfolgreich verifizieren lassen, teilt das Unternehmen mit. Die Umweltproduktdeklaration bezieht sich auf die aufbereiteten Doppelbodenplatten LOOP prime und LOOP aurum.
Die Re-Use-EPD beschreibt laut Angaben des Unternehmens die Umweltauswirkungen der Calciumsulfat-Doppelbodenplatten, die aus Rückbauprojekten stammen, im Werk geprüft, aufbereitet und erneut in den Markt gebracht werden.
Der Aufbereitungsprozess umfasst eine mechanische Demontage, Qualitätskontrolle sowie das Fräsen und – je nach Produkttyp – das erneute Kantenband, heißt es.
Nach Herstellerangaben beträgt die CO2-Einsparung gegenüber einem gleichwertigen Neuprodukt mehr als 70 Prozent. "Wir haben das Konzept aus allen Perspektiven geprüft – juristisch, ökobilanziell und wirtschaftlich. Unser Fazit: Es funktioniert. Die Rücknahme und Aufbereitung ist nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für unsere Kunden", sagt Ralph Peckmann, Leiter Geschäftsbereich Boden in der Lindner Group.
Das IBU hatte bereits im Herbst 2023 mit der Veröffentlichung der Re-Use-Rechenregeln einen neuen Standard für Ökobilanzdaten von wiederverwendeten Bauprodukten geschaffen.
Aktuell befinden sich die Regeln zur Re-Use-EPD in Revision, um eine höhere Qualität zu sichern. Ziel ist es, die Einsparpotenziale im Lebenszyklus solcher Produkte sichtbar zu machen – von der selektiven Demontage über die Aufbereitung bis zum erneuten Einsatz im Gebäude.
"Die Wiederverwendung von Bauteilen ist ein zentrales Element der Transformation der Bauwirtschaft. Mit der EPD für aufbereitete Bodenplatten liefert Lindner glaubwürdige und transparente Nachweise für Produkte, die wiederverwendet werden", so Florian Pronold, Geschäftsführer des IBU.
Als Re-Use bezeichnet das IBU den Vorgang, bei dem Produkte oder Komponenten, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, ohne Weiterverarbeitung, aber einschließlich der Vorbereitung für eine weitere Verwendung, wiederverwendet werden. Unter Vorbereitung zur Wiederverwendung versteht man das Prüfen, Reinigen, Lösen von Verbindungen, Beschneiden, Entfernen von Beschichtungen und andere Wiederherstellungsmaßnahmen, informiert das Unternehmen.
Die Methodik zur Erstellung einer Re-Use-EPD orientiert sich nach Unternehmensangaben an den Standards für konventionelle EPDs, beinhaltet jedoch spezifische Rechenregeln für die Berechnung der Module A1 (Rohstoffversorgung), A 2 (Transport) und A 3 (Herstellung).