Ibbenbüren (cr). – In sicherem Abstand stehen die evakuierten Anwohner mit Regenschirmen am Bauzaun. Sie und zahlreiche Medienvertreter sowie Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr und Polizei warten auf den Countdown, der die Sprengung des 275 Meter hohen Schornsteins einläutet.
Am 22. Februar ist mit der kontrollierten Sprengung des Schornsteins sowie der Rauchgasentschwefelungsanlage und der Entstickungsanlage ein entscheidender Abschnitt im Rückbau des ehemaligen Steinkohlekraftwerks Ibbenbüren umgesetzt worden. Die Hagedorn Unternehmensgruppe bereitet seit 2023 das Areal für die Nachnutzung durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion vor.
Der 275 Meter hohe Stahlbeton-Schornstein, eines der höchsten Bauwerke Nordrhein-Westfalens, wurde gezielt gefaltet. Dafür wurden drei Sprengzonen auf Höhe des Fundaments, bei 110 Metern sowie bei 190 Metern vorbereitet. Durch diese Mehrfachfaltung zerlegte sich der Schornstein beim Einsturz in mehrere Segmente und legte sich kontrolliert innerhalb des vorgesehenen Fallbereichs ab.
Parallel zur Kaminsprengung wurden auch die letzten Anlagen der Rauchgasreinigung gesprengt. Die REA war rund 60 Meter hoch und vollständig unterkellert. Die DeNOx-Anlage bestand aus zwei baugleichen, jeweils etwa 50 Meter hohen Einheiten. Insgesamt waren 600 Kilogramm Sprengstoff erforderlich.