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Kernbohrungen und Sprengung am Kieler Kohlekraftwerk

KBT Kern-Bohr-Technik GmbH und Erger GmbH & Co. KG bereiten mit Kernbohrungen die Sprengung von Kesselhaus und Schornstein in Kiel vor.

Von ABZ
Rückbau im Fokus
Vorbereitungen für die Sprengung des Schornsteins. | Foto: KBT Kern-Bohr-Technik

Kiel (ABZ). – Beim Rückbau des ehemaligen Kohlekraftwerks in Kiel haben KBT Kern-Bohr-Technik GmbH und Erger GmbH & Co. KG die Sprengvorbereitungen für Kesselhaus und Schornstein übernommen. Die Arbeiten erfolgten im Auftrag der TID Thelen Industrial Demolition GmbH.

Das Kohlekraftwerk wurde von Uniper und den Stadtwerken Kiel gemeinsam betrieben. Es erzeugte Strom und versorgte mehr als 60.000 Haushalte mit Fernwärme. Im Jahr 2019 wurde das Kraftwerk stillgelegt und durch ein direkt daneben errichtetes Gasmotorenkraftwerk ersetzt. Zwischen Oktober 2021 und September 2024 erfolgte der schrittweise Rückbau, dabei wurden unter anderem das Kesselhaus und der Schornstein in zwei Etappen gezielt gesprengt.

Im ersten Abschnitt stellten die Unternehmen 60 Kernbohrungen mit 40 mm Durchmesser und einer Bohrtiefe von zwei Metern in stark bewehrte Fundamente der Kraftwerksgebäude wie das Kesselhaus her. Hinzu kamen im zweiten Abschnitt 70 Kernbohrungen in bis zu 1,5 m starken Stahlbeton im Schornstein des Kraftwerkes. Zudem wurden die Schornsteinstützen gemäß statischer Planung zur Durchtrennung der ersten Bewehrungslage durchschnitten, um die geplante Fallrichtung nach der Sprengung zu gewährleisten, so die Unternehmen.

"Mit drei Teams der Firmen KBT und Erger haben wir die Kernbohrungen in den Fundamenten hergestellt", erklärt KBT-Geschäftsführer Tim Knodel. "Hier war zeitlich 'Druck auf dem Kessel', da der Termin für die Sprengung unbedingt eingehalten werden musste."

Dafür mussten Sacklochbohrungen von 30 cm bis 1,5 m hergestellt werden, um die Funktionsweise der Sprengladung sicherzustellen. Dabei erwies sich das Bereinigen der Löcher, also das Entfernen der Bohrkerne, in dieser Bohrdimension als kniffelig.

Die Schnitte zur Trennung der Bewehrung des Schornsteins mussten zeitlich eng mit der Bauleitung abgestimmt werden. "Die Bauleitung stand im dauerhaften Kontakt mit dem deutschen Wetterdienst, um die Windstärke der nächsten Stunden zu prognostizieren", erklärt Knodel. "Denn nach dem Durchtrennen der Bewehrung bestand die Gefahr, dass der 134 Meter hohe Schornstein aufgrund seiner hohen Angriffsfläche für den Wind unkontrolliert umfällt."

Für die Kernbohrungen kamen die Hilti DD250 und 350 zum Einsatz, zum Schneiden der Bewehrung die Hilti DST-20 CA. Insgesamt wurden knapp 200 m Bohrstrecke erzielt und 20 m² per Wandsäge geschnitten.

"Es war ein herausforderndes Projekt, das vor allem von einem engen Zeitfenster beeinflusst wurde. Gemeinsam mit unserem Partner, der Erger GmbH & Co. KG, haben wir die vom Auftraggeber geforderten Leistungen sehr gut erbracht", sagt Knodel abschließend, der sich auch als Regionalleiter Nord im Fachverband Betonbohren und -sägen engagiert.

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