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Winterthurs Schulhaus setzt auf transparente Beschichtung

Das Schulhaus Wallrüti in Winterthur erhielt eine transparente Antirutschbeschichtung auf 2500 m² rutschigem Sichtbeton, um Sicherheit und Optik zu wahren.

Von ABZ
Rutschgefahr gebannt
Der Schulbau in Winterthur leistet nach Angaben der Grip Safety Coatings AG einen ganz eigenen Beitrag zur aktuellen Debatte über den Umgang mit Materialien. | Foto: Grip Safety Coatings

Winterthur/Schweiz (ABZ). – Das neue Schulhaus Wallrüti in Winterthur galt als architektonisches Vorzeigeprojekt, doch die umlaufenden Laubengänge aus Sichtbeton wurden bei Nässe zur Rutschfalle. Mit einer transparenten Anti-rutschbeschichtung konnte das Problem auf 2500 m² gelöst werden, ohne die Optik des Sichtbetons zu beeinträchtigen..

Das 2022 eingeweihte Schulhaus Wallrüti für 24 Oberstufenklassen zeichnet sich durch ein unkonventionelles Erschließungskonzept aus: Statt eines Treppenhauses führen umlaufende Laubengänge im Freien zu den Unterrichtsräumen. Diese nach außen verlagerten Verkehrswege sollten Kosten sparen und gleichzeitig als Pausenflächen und Begegnungsräume dienen.

Die wolkenförmig geschwungenen Laubengänge aus Sichtbeton erwiesen sich jedoch als Sicherheitsrisiko. Bei Feuchtigkeit und Nässe wurden die Betonflächen rutschig, was zu Stürzen führte. Die Schulleitung wies das Amt für Städtebau auf die Gefahr hin, bevor sich jemand ernsthaft verletzen konnte.

Ursprünglich war geplant, die Laubengänge mit Flüssigkunststoff zu behandeln, um eine Rutschfestigkeit von R11 zu erreichen. Diese Lösung wurde jedoch abgelehnt, da sie eine hellgraue homogene Fläche ergeben hätte, die optisch deutlich vom Sichtbeton abweicht. Auch mechanische Aufrauhungsverfahren wie Sandstrahlen oder Anschleifen kamen aufgrund der hohen Kosten und möglicher Gebäudeschäden nicht in Frage.

Die Stadt Winterthur entschied sich für die transparente Antirutschbeschichtung SWISSGriP der Grip Safety Coatings AG aus Küssnacht am Rigi. Das körnige Zwei-Komponenten-Material ist laut Hersteller umweltfreundlich, lösemittelfrei und UV-beständig.

"Vor allem die Optik war ein entscheidender Aspekt. Nichts sollte den ästhetischen Bau beeinträchtigen", erklärt Dieter Stelker, technischer Leiter der Grip Safety Coatings AG. "Anhand einer Musterfläche konnte unser Produkt überzeugen, denn man sieht keinen Unterschied."

Die 2500 m² Betonfläche wurden in den Schulferien an zehn Tagen wetterbedingt in mehreren Etappen von drei Fachleuten mit einem speziellen Spritzverfahren beschichtet. Nach Reinigung der Fläche und Applikation eines Haftgrunds kam die wetterfeste Antirutschbeschichtung GSAS mit der TÜV-zertifizierten Rutschsicherheitsklasse R12 zum Einsatz.

Für den Außenbereich wurde die Spritzmaterial-Variante P4 gewählt, die laut Hersteller eine gröbere Körnung besitzt und für stark begangene Bereiche geeignet ist. Nach einem Tag Trocknungszeit war der Laubengang wieder begehbar. Die beschichtete Oberfläche lässt sich mit einer Trockenkehrmaschine pflegen und ist unempfindlich gegenüber Desinfektionsmitteln. Das vor Ort verwendete umweltverträgliche Streusalz aus Carbonat kann der Beschichtung nach Herstellerangaben nichts anhaben.

Die Rückmeldung von Lehrerschaft und Schulleitung ist laut Grip Safety Coatings durchweg positiv, da der Effekt deutlich merkbar sei. Auch die Skepsis bezüglich einer optischen Veränderung des architektonisch relevanten Sichtbetons konnte zerstreut werden, heißt es.

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