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Sika setzt Frischbetonverbundsystem in 41 m Tiefe ein

Bei der neuen S-Bahn-Station am Marienhof wird ein innovatives Frischbetonverbundsystem in 41 Metern Tiefe erstmals eingesetzt. Was steckt dahinter?

Von ABZ
S-Bahn am Marienhof in München
Betonier- und Rüttelöffnungen führen durch den unteren Schalungsbereich der Decke. Rechts ober- und unterhalb der Auflagertasche für die Decke ist die bereits befestigte FBV-Bahn SikaProof A+12 zu sehen. | Foto: Sika

München (ABZ). – Bei Deutschlands tiefster S-Bahn-Station am Marienhof kommt erstmals ein Frischbetonverbundsystem von Sika bei der Deckelbauweise in mehr als 40 m Tiefe zum Einsatz.

Das Bauwerk wird als wasserundurchlässige weiße Wanne ausgeführt und zusätzlich mit dem System abgedichtet.

Seit Januar 2019 entsteht am Marienhof im Rahmen des Projekts 2.S-Bahn-Stammstrecke München eine 41 m tiefe Station. Die bestehende 1.S-Bahn-Stammstrecke aus dem Jahr 1972 war ursprünglich für 250.000 Passagiere täglich konzipiert, wird aber mittlerweile von 850.000 Menschen genutzt. Die neue 10 km lange Linie soll eine West-Ost-Expressverbindung schaffen und verläuft ab Station Laim parallel zur bestehenden Strecke.

Das zentrale Zugangsbauwerk ist etwa 100 m lang und 50 m breit. Die Baustelle von der Größe eines Fußballfelds ist von Nachbargebäuden, der Fußgängerzone und den beiden bestehenden U-Bahnröhren der Linien 3 und 6 umschlossen. Das Bauwerk wird in Schlitzwand-Deckelbauweise im Grundwasser erstellt.

"In der Tiefenlage von über 40 m haben wir sehr große Bauteilabmessungen wie etwa die 55 Meter tiefe und 1,5 Meter dicke Schlitzwand zur Baugrubensicherung oder die 5 Meter dicke Bodenplatte, die aus den relativ hohen Erd- und Wasserdruckkräften resultieren", beschreibt Jan Ferko von der DB InfraGo AG die Situation.

Der Bauablauf erfolgt nach dem Top-down-Prinzip. Zunächst werden die Schlitzwände eingebracht, dann die einzelnen Aussteifungsebenen von oben nach unten hergestellt. Dabei müssen je Ebene Höhen von bis zu 7 m überwunden werden.

Ursprünglich war als Hauptabdichtungsebene eine wasserundurchlässige Konstruktion in Form einer weißen Wanne vorgesehen. Nach einer Änderung der WU-Richtlinie im Jahr 2017 wurde jedoch die Entscheidung getroffen, zusätzlich ein Frischbetonverbundsystem (FBVS) zu verwenden.

"Wir haben direkt mit der Angebotsabgabe das System von Sika vorgeschlagen, da wir die Frischbetonverbundbahnen durchdringungsfrei, das heißt ohne Löcher bohren oder die Folie perforieren zu müssen, befestigen und gleichzeitig den Hinterlaufschutz gewährleisten können", erläutert Ingo Lehmberg von der ausführenden Firma.

Das System SikaProof A+12 besteht aus FPO-Bahnen (Flexibles Polyolefin), die im Übergang von der Station zum Bahnsteigtunnel mit der Tunnelabdichtung kompatibel sind. Die durchdringungsfreie Befestigung erfolgt mit dem Sikaplan WT Tape-200 und dem Sikadur-Combiflex CF Kleber.

Nach Herstellerangaben ist das System druckwasserdicht, hinterlaufsicher und rissüberbrückend. Es soll nachträgliche Verpressarbeiten auf ein Minimum reduzieren. Der S-Bahnsteig wird insgesamt 220 m lang werden.

Sika ist ein Spezialchemieunternehmen, das laut eigener Aussage weltweit führende Systeme und entsprechende Produkte zum Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärken und Schützen entwickelt und produziert.

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