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Sächsische Industrie droht weiterem Personalabbau

Ein Drittel der Unternehmen in Sachsen rechnet mit Personalabbau. Die Wirtschaft ist stabilisiert, doch bleibt die Stimmung verhalten. Hohe Kosten und schwache Nachfrage belasten Investitionen und Beschäftigung.

Von dpa

Dresden (dpa) | Rund ein Viertel (23 Prozent) der Unternehmen in der sächsischen Wirtschaft rechnen mit einem Personalabbau. Das ist ein Befund der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat. «Unternehmen reagieren auf die schwache Konjunktur weiterhin mit Zurückhaltung bei Neueinstellungen und verschieben Personalaufbaupläne», teilten die IHK mit. Nur elf Prozent der Firmen planen einen Stellenaufbau. Damit deutet sich in den kommenden Monaten weiterer Beschäftigungsabbau an.

«Nach einem deutlichen Rückschlag im Frühjahr hat sich die sächsische Wirtschaft im Herbst 2026 etwas stabilisiert. Von einer nachhaltigen konjunkturellen Erholung ist der Freistaat aber noch weit entfernt», hieß es in der Auswertung. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen hätten sich im Vergleich zum Frühjahr verbessert. Dennoch bleibe die Stimmung in den Unternehmen ausgesprochen verhalten. Ein selbsttragender Aufschwung zeichne sich derzeit nicht ab.

«Solange hohe Kosten, schwache Nachfrage und ungünstige Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Entwicklung belasten, bleiben Investitionen, Beschäftigung und Wachstumsperspektiven im Freistaat gedämpft», erklärten die Kammern. Für einen spürbaren Aufschwung seien verlässlichere Rahmenbedingungen sowie eine nachhaltige Entlastung der Unternehmen bei den Standortkosten erforderlich.

Die Zurückhaltung wird auch an den Investitionen deutlich. Laut Umfrage planen lediglich 16 Prozent der Betriebe höhere Investitionsausgaben, während 27 Prozent ihre Budgets reduzieren wollen. Vor allem bei langfristigen Standortinvestitionen halten sich die Unternehmen zurück. «Ersatzbeschaffungen dominieren klar die Investitionsmotive, während Kapazitätserweiterungen immer seltener geplant werden», hieß es weiter.

Bei der Frage nach den Geschäftsrisiken führen 68 Prozent der Unternehmen die hohen Arbeitskosten an. Knapp dahinter folgen die Energiepreise (65 Prozent). Die seit dem Frühjahr stark gestiegenen Kraftstoffpreise bleiben mit 61 Prozent ebenfalls eines der größten Risiken. Der Fachkräftemangel verliert dagegen an Bedeutung und zählt inzwischen nur noch für gut ein Drittel der Betriebe zu den wesentlichen Geschäftsrisiken.

An der Konjunkturumfrage hatten sich vom 31. August bis 28. September insgesamt 1.582 Unternehmen mit mehr als 80.000 Beschäftigten aus Industrie, Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen, Verkehr sowie Gast- und Tourismusgewerbe beteiligt.

dpa

dpa

Die dpa (Deutsche Presse-Agentur) ist eine der größten unabhängigen Nachrichtenagenturen weltweit. Sie liefert tagesaktuelle Texte, Bilder, Videos und Audios an Medien sowie Unternehmen und betreibt weltweite Korrespondentenbüros.

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