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Foamglas-Dämmplatten für denkmalgeschützte Gebäude

Innovative Lösungen für denkmalgeschützte Gebäude: Die Sanierung der Alsterschwimmhalle in Hamburg setzt auf Foamglas-Dämmplatten, um Energieeffizienz und Architektur zu vereinen.

Von ABZ
Sanierung der Alsterschwimmhalle
Die Alsterschwimmhalle in Hamburg wurde zwischen 2020 und 2023 umfassend saniert und modernisiert. | Foto: Marcus Bredt

Hamburg (ABZ). – Bei der Sanierung der Alsterschwimmhalle in Hamburg zwischen 2020 und 2023 kamen 6175 m2 Foamglas-Dämmplatten zum Einsatz.

Die denkmalgeschützte Dachkonstruktion in Form eines doppelten hyperbolischen Paraboloids stellte besondere Anforderungen an die Dämmung.

Das architektonische Wahrzeichen aus den 1970er Jahren wurde umfassend saniert und erweitert. Dabei galt es, die einzigartige Architektur zu bewahren und gleichzeitig heutige Anforderungen an Energieeffizienz und Sicherheit zu berücksichtigen. Das alte Nebengebäude wurde durch einen modernen Neubau ersetzt, die Wasserfläche um rund ein Viertel erweitert.

Im Mittelpunkt der Maßnahme stand die markante Dachkonstruktion, die lediglich auf drei Punkten aufliegt. Mit einer Dachneigung von bis zu 37° und einer nur 8 cm starken Betonschale verlangte die Konstruktion höchste Präzision. Aufgrund der filigranen Dachstruktur kam eine herkömmliche mechanische Befestigung der Dachdämmung nicht infrage.

Die Wahl fiel auf die Dämmstoffplatten Foamglas T3+ und Foamglas T4+, die druckfest, formstabil, wasser- und dampfdicht sowie nicht brennbar sind. Diese kamen auf der Dachfläche, an der Attika und in speziellen Anwendungsbereichen unter dem Schwimmbecken zum Einsatz.

Die Projektplanung erfolgte durch gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt Hamburg. Die Sanierung des historischen Hauptdachs führte die Dach Schneider Weimar GmbH aus, für den Neubau war die Firma Schmidt Bedachung aus Hamburg verantwortlich.

Bereits in der frühen Planungsphase wurden umfangreiche Tests und Modellaufbauten durchgeführt. In mehreren Workshops wurde ein 1:1-Modell des Daches erstellt, um den Aufbau zu testen. Die Foamglas-Dämmplatten wurden vollflächig mit dem Bitumenkaltkleber Derbigum DMS verklebt. Eine speziell entwickelte PMMA-Flüssigkunststoffabdichtung der Soprema GmbH sichert die stark geneigten Dachflächen zusätzlich ab.

Auf dem Hauptdach wurden 4400 m2 Foamglas T3+ mit einer Dicke von 10 cm verbaut sowie weitere 400 m2 an der Attika. Unter dem Schwimmbecken kam Foamglas T4+ auf 635 m2 mit einer Dicke von 7 cm als lastabtragende Wärmedämmung zum Einsatz.

Zusätzlich wurden 540 m2 der Saunaterrassen und 200 m2 der Innenfläche mit Foamglas T3+ ausgestattet. Durch die kompakte Plattengröße von 600 x 450 mm ließ sich das Material laut Hersteller einfach und effizient verarbeiten.

Mit einem Nennwert von 0,036 W/mK bei Foamglas T3+ sowie 0,041 W/mK bei Foamglas T4+ tragen die Dämmplatten zur Reduzierung des Heizbedarfs bei. Dies verbessere die Energieeffizienz und senke langfristig die Betriebskosten der Schwimmhalle.

Die Dämmplatten weisen eine deklarierte Druckfestigkeit von größer oder gleich 500 kPa bei Foamglas T3+ und größer oder gleich 600 kPa bei Foamglas T4+ auf. Besonders unter dem Sportschwimmbecken verhindert der Einsatz von Foamglas T4+ laut Hersteller zuverlässig Bewegungen oder Verformungen in der tragenden Dämmebene.

Die geschlossene Zellstruktur von Foamglas macht das Material vollständig wasser- und dampfdicht. Auf dem Hauptdach verhindert es das Eindringen von Feuchtigkeit, selbst bei beschädigter Abdichtung. Unter dem Schwimmbecken schützen die Dämmplatten vor aufsteigender Feuchte.

Die Dämmplatten sind in die Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1 eingestuft und somit nicht brennbar. Selbst im Brandfall entwickeln sie keine Rauchgase oder toxischen Dämpfe.

Die eingesetzten Foamglas-Dämmstoffe bestehen zu einem hohen Anteil aus recyceltem Glas und sind mit dem Umweltgütesiegel natureplus zertifiziert. Dank ihrer langen Lebensdauer von über 100 Jahren tragen sie zur Ressourcenschonung bei. Der ergänzende Neubau erfüllt die Anforderungen des KfW-40-Standards.

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