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Innovatives tropfenförmiges Fassadenelement in Stuttgart

Foppe+Foppe entwickelte in Zusammenarbeit mit Schmitt Glas eine tropfenförmige, hochkomplexe Fassadenlösung für ein Wohnhaus in Stuttgart.

Von ABZ
Schmitt Glas und Metallbau Fassadentrends
Die ungewöhnliche Pfosten-Riegellösung soll eine feldweise Entwässerung des Fassadenelements ermöglichen. |

Für ein außergewöhnliches Fassadenprojekt in Stuttgart hat Foppe+Foppe gemeinsam mit Schmitt Glas und Metallbau eine Sonderlösung entwickelt. Das fast 12 m hohe, tropfenförmige Fassadenelement an einem fünfstöckigen Wohnhaus in der Augustenstraße stellte besondere Anforderungen an Entwässerung und Lastabtragung..

Stuttgart (ABZ). – Das Fassadenelement ist unten abgerundet und läuft nach oben spitz zu. An der breitesten Stelle misst es 2,42 m. Die Pfosten-Riegelkonstruktion besteht aus zwölf fest verglasten Feldern und vier Öffnungsflügeln.

"Mein erster Impuls war, das mache ich nicht!", bekennt Zoran Hodak, Geschäftsführer bei Schmitt Glas und Metallbau GmbH im schwäbischen Kernen. Die Aluminiumkonstruktion birgt vor allem hinsichtlich der Entwässerung und der Lastabtragung konstruktive Herausforderungen. Schnell wurde klar, dass die Umsetzung mit dem ursprünglich geplanten Profilsystem technisch nicht machbar ist. Als langjähriger Kunde von Foppe+Foppe holte Hodak Klaus Middendorp, den Vertriebsleiter des Lengericher Metallbauspezialisten, mit ins Boot.

In Zusammenarbeit mit dem Systemgeber Raico erarbeitete Foppe+Foppe die technischen Details. Basis der realisierten Lösung ist das Profilsystem Raico Therm+ A-I 50 Aluminium mit 50 mm Ansichtsbreite. Die Tiefe der Rechteckprofile beträgt 150 mm. Für die Entwässerung sorgt bei diesem System eine durchgängige Hutdichtung in drei Ebenen.

Eine besondere Herausforderung der Konstruktion sind laut Beteiligten die gebogenen Segmente im unteren Bereich. Die gebogenen Segmente sind laut Hersteller absolut maßhaltig, was auch die Bestellung des Glases nach Zeichnung ohne Anfertigen einer Schablone ermöglichte.

Bedingt durch den Bogen unten können die Pfosten bei dem tropfenförmigen Fassadenelement nicht wie üblich zur Lastabtragung dienen und an Boden und Decke befestigt werden. Auch die Entwässerung in die senkrechten Teile ist nicht möglich. Daher wurde eine "umgedrehte Lösung" gewählt: Die Riegel laufen durch und die Pfosten stoßen dazwischen.

Die Entwässerung erfolgt somit feldweise.Durch diesen Kniff ergibt sich auch die Befestigung der Fassade im Baukörper. In die Riegel werden statisch berechnete Holme aus Edelstahl eingeschoben, die an den Enden mit Winkelkonsolen verschraubt werden. Diese Winkel dienen zur Montage in der Laibung.

Foppe+Foppe fertigte das Element in drei gleich langen Teilen zu je vier Feldern. Pfosten, Riegel und die Öffnungsflügel sind pulverbeschichtet im Sonderfarbton DB703. "Natürlich haben wir die Fassade bei uns in der Werkstatt vorab komplett zusammengebaut, um sicher zu gehen, dass alles passt", sagt Klaus Middendorp. Geliefert wurde ein montagefertiger "Bausatz", inklusive aller benötigten Dichtungen und Abdeckprofile. Herausfordernd für die Monteure von Schmitt Glas und Metallbau war laut eigenem Bekunde die schwierige Zugänglichkeit des Objekts in einer verkehrsberuhigten Zone mitten in der Stuttgarter City.

Die Aluminiumkonstruktion nimmt Dreifachisolierglas auf, bestehend aus 6-Millimeter-Floatglas in der Mitte und 2 x 4 mm Verbundsicherheitsglas innen und außen. Die Glasstärke beträgt 48 mm. Teilweise wurde innen teilvorgespanntes VSG eingesetzt, da es sich um absturzgefährdete Bereiche unterhalb der Brüstungen handelt.Für einen fachgerechten Anschluss an das WDVS der Wand integrierten die Monteure in der Glasebene seitlich 60 mm breite Dämmpaneele, die einen wärmebrückenfreien Übergang sicherstellen.

"Gerade bei solchen ,unmöglichen' Projekten brauchen wir als Praktiker kompetente Unterstützung. Durch die Zusammenarbeit mit Foppe+Foppe waren wir bestens aufgestellt und konnten als einziges der angefragten Unternehmen das Fassadenelement anbieten und umsetzen", sagt Zoran Hodak.

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