Bielefeld (ys). – Goldbeck hat im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro erzielt, der gegenüber dem Vorjahreswert (6,4 Milliarden Euro) nahezu stabil blieb. Das teilte die Geschäftsführung vor Kurzem im Jahrespressegespräch des Baudienstleisters mit.
Jörg-Uwe Goldbeck und Jan-Hendrik Goldbeck vermeldeten ferner den höchsten Auftragseingang der Unternehmensgeschichte. Dieser habe 2024/2025 bei sieben Milliarden Euro gelegen. Im vergangenen Geschäftsjahr übergab das Unternehmen nach eigenen Angaben 480 Neubauprojekte und 87 Revitalisierungen.
Traditionell liegt ein Schwerpunkt des Baudienstleisters im Hallenbau für die Logistik- und Industriebranche. Allerdings ist Goldbeck auch vermehrt im Schulbau aktiv und in der Lage, durch serielle, systematisches Bauen Lösungen anzubieten, die gegenüber Schul-Containern kompetitiv sind, wie Jörg-Uwe und Jan-Hendrik Goldbeck ausführten. Weitere für den Baudienstleister relevante Asset-Klassen waren Büro, Parkhaus, Feuerwehrgebäude und Wohnen.
Im vergangenen Geschäftsjahr errichtete Goldbeck nach eigenen Angaben 800 Wohnungen. Perspektivisch will das Unternehmen in diesem Bereich stark wachsen: Lag der Auftragseingang im vergangenen Geschäftsjahr noch bei 691 Millionen Euro, wird für 2025/26 mehr als eine Milliarde Euro erwartet.
Zudem forciert Goldbeck eine neue Data-Center-Strategie: Demnächst sollen vermehrt Rechenzentren schnell und sicher realisiert werden. Als erster Meilenstein wurde ein aktuelles Großprojekt in Marseille vorgestellt.
21 Länder
Goldbeck ist mit 118 Standorten in 21 Ländern präsent, rund 32 Prozent der Gesamtleistung werden im Ausland erwirtschaftet. "Europa ist inzwischen für uns ein substantieller Markt", sagte Jan-Hendrik Goldbeck.
Die hohe Marktdurchdringung in Deutschland helfe dabei, die Projektdiversität von Goldbeck auch in andere Länder zu bringen. Im Vereinigten Königreich scheint das bereits zu gelingen, wie etwa die Fertigstellung des Parkhauses Central Quay im walisischen Cardiff belegt.
Nach Angaben von Jan-Hendrik Goldbeck hat sich die Baukrise in dem Land bereits in einer Marktbereinigung niedergeschlagen, von der das Unternehmen jetzt profitiert. Goldbeck werde in UK gut angenommen, sagte der geschäftsführende Gesellschafter.
Positiver Ausblick
Was die Unternehmensführung von der neuen Bundesregierung erwartet? "Wir hoffen, dass es gelingt, dass wir die eine oder andere bürokratische Hürde abbauen", sagte Jörg-Uwe Goldbeck. Die Ankündigungen müssten nun umgesetzt werden. Im Entwurf der Vergaberechtsreform sehe er "eher einen Rückschritt". Jan-Hendrik Goldbeck ergänzte, dass sich auch auf der Ebene lokaler Entscheidungsträger etwas ändern müsse. Er kritisierte eine Haltung, die er mit der Formel "Not in my backyard" bezeichnete.
Dessen ungeachtet sieht Goldbeck zuversichtlich in die Zukunft; für das folgende Geschäftsjahr wird wieder mit einem höheren Umsatz gerechnet. "Gerade in bewegten Zeiten setzen wir auf Innovation, Systematisierung und Nachhaltigkeit", resümierte Jörg-Uwe Goldbeck. "So gestalten wir die Zukunft des Bauens in Europa aktiv mit."