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Modular bauen heißt industrielles Bauen weiterdenken

Modulares Bauen schafft schnelle, kosteneffiziente, skalierbare Gebäude mit hohem Anpassungsgrad, ideal für Wohnen, Schulen und urbane Quartiere.

Von ABZ
Tagung in Berlin
Fachleute aus dem Bereich "Modulares Bauen" nahmen mit Fragen und Statements starken Anteil an den Vorträgen der Referenten. | Foto: Martin Steffan

Berlin – Die Devise "bauen, bauen, bauen" hat über Jahrzehnte das Handeln in der Immobilienbranche geprägt. Doch dieses Mantra allein genügt nicht mehr. Wer heute bauen will, muss die Perspektive wechseln: weg von reiner Produktion von Quadratmetern, hin zu einem systemischen Verständnis von Bauprozessen, urbanen Räumen und Lebensqualität.

Es geht darum, mit intelligenten Systemen fortschrittliche, langlebige Gebäude kostengünstig und schnell zu gestalten. Der aktuelle Zauberbegriff heißt hier "Modulares Bauen".

Eine ganze Reihe an Vorträgen beschäftigten sich am 17. September auf der Tagung "Industrielles Bauen" mit diesem Thema. Dabei zeigte sich schnell: Mit modularem Bauen werden adaptive Systeme kreiert, die sowohl bei Bauweise als auch in der architektonischen Gestaltung rasch, kostengünstig und skalierbar umgesetzt werden können.

Jana Mrowetz, Geschäftsführerin der Urban Cell GmbH, forderte in ihrem Vortrag intelligente Konzepte, in denen kleinere private Wohnflächen in Kombination mit Gemeinschaftsflächen so gestaltet werden, dass sich neue Quartiere flächeneffizient ohne Einbußen bei der Lebensqualität nutzen lassen. Entfalten könne sich das Potenzial dieser Bauweise nur, wenn ganzheitliche Lösungen angestrebt würden.

"Industrielles Bauen verlangt nach vernetzten Denk- und Handlungsweisen, die Planung, Architektur, Produktion und Betrieb in einem adaptiven System zusammenführen. Dazu braucht es kompatible, herstellerunabhängige Systeme – Systeme, die Skalierung ermöglichen, ohne sich in Abhängigkeiten zu verfangen. Wenn wir die industrielle Logik des Bauens nutzen wollen, müssen wir Standards schaffen, die Kooperation ermöglichen statt behindern", lautete eine der Kernaussagen ihres Vortrages.

Thomas Bader (Geschäftsführer der Leipfinger Bader GmbH), Stefan Anderl (Geschäftsführer der Elk Kampa Group), Tom Löschner (Technischer Direktionsleiter der Ed. Züblin AG) und Eckhard Struß (Vorstand der nobis living AG) konkretisierten mit Projektbeispielen und in den Panels die Idee des "Modularen Bauens".

Christian Hanisch, Geschäftsführer der Deutsche Modulhausfabrik GmbH, zeigte am Beispiel der Vorgehensweise beim Bau von Studentenwohnheimen, dass der Grad der Vorfertigung von Bauteilen bei bis zu 100 Prozent für den Innenbereich liegen kann. Aus seinen bisherigen Erfahrungen mit solchen Bauten ist für ihn klar, dass "wenn man es gut macht, niemand mehr sieht, dass es ein vorgefertigtes Gebäude ist. Beim Bau von Studentenwohnheimen kann ich dann immer noch sehr viel relativ rasch individualisieren."

Auch Schulprojekte, verdeutlichte Thomas Pier von der Brüggemann Holzbau GmbH, sind hervorragend für Modulares Bauen geeignet. Seine Beispiele von Schulen, die die Stadt Dortmund und die Stadt Köln in Modulbauweise errichtet haben, sollten vor allem zeigen, dass die Bauzeit erheblich reduziert werden könne, sagte Pier. Bei einer Schule in Köln kamen etwa 1000 vorgefertigte Module zum Einsatz, die frei kombinierbar waren. In Dortmund wurden ähnlich viele Module eingesetzt und die Bauzeit reduzierte sich von vier Jahren, die für einen konventionellen Bau angesetzt waren, auf nur zwei Jahre.

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