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Patentierte Bauweise der 750-Meter-Brücke

Die Firma Gebrüder Echterhoff saniert seit März 2024 die 750-Meter-Brücke über den Rangierbahnhof Maschen mit patentierter Bauweise von oben.

Von ABZ
Über den Rangierbahnhof
Unter der Decatur-Brücke verlaufen etwa 60 Gleise. | Foto: Echterhoff

Seevetal (ABZ). – Die Bauunternehmung Gebrüder Echterhoff saniert seit März 2024 die 750 m lange Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen. Das Unternehmen setzt dabei laut eigener Aussage eine patentierte Bauweise ein, bei der alle Arbeiten von oben ausgeführt werden.

Die Brücke, benannt nach Seevetals US-Partnerstadt Decatur, führt über den Rangierbahnhof Maschen – Europas größten seiner Art – und ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für die Region sowie ein Zugang zum bahneigenen Gewerbegebiet und dem Fernbahnhof Maschen.

Seit ihrer Sperrung im Jahr 2016 war die Verbindung zwischen den Ortsteilen Maschen und Hörsten unterbrochen. Der Grund waren neue gesetzliche Anforderungen an die Statik. Das Problem: Der Beton der Brücke im Bereich der Kragarme ist zu schwer. Rund 60 Bahngleise verlaufen direkt unter der Brücke. Dennoch laufen die Arbeiten laut Echterhoff mit minimalen Einschränkungen für den Bahnbetrieb. "Entgegen der herkömmlichen Bauweise führen wir alle Arbeiten von oben aus – ein Vorgehen, das in dieser Form einzigartig ist und das wir daher auch patentieren ließen", erklärt Lucas Wehrmann, Bauleiter bei Echterhoff. Die Brückenelemente werden segmentweise in 24-Stunden-Sperrpausen montiert, um keine dauerhafte Beeinträchtigung des laufenden Zugverkehrs zu verursachen. Jeweils zwei Kappensegmente à 12 m (Ost/West) werden ausgebaut und durch neue ersetzt.

Im Mittelpunkt der Sanierung steht der Austausch der Brückenkappen. Die alten, schweren Stahlbeton-Kappen mit asbest-haltigen Abstandshaltern werden durch Hybridkappen aus Leichtbeton ersetzt – ein System, das Echterhoff nach eigenen Angaben speziell für Projekte wie dieses entwickelt hat. So wird die Brücke um rund 30 % leichter, was die statische Leistungsfähigkeit erheblich verbessert. Die vorgefertigten Hybridsegmente werden kraftschlüssig eingebaut und machen aufwändige Schalungsarbeiten über den Gleisen überflüssig. Auf nachträgliche Eingriffe in den Bahnbetrieb kann verzichtet werden.

Zahlreiche Hybridkappen, Geländerabschnitte und Berührungsschutzelemente wurden bereits montiert. Zudem wurde die statische Ertüchtigung am Widerlager Achse 20 abgeschlossen, ebenso wie der Einbau von Schubverstärkungen und neuer Regenwasserleitungen im Inneren des Hohlkastens. Auch erste Asphaltarbeiten und Abdichtungen wurden in Teilbereichen bereits umgesetzt.

Die Sanierung erfolgt in zwei Etappen: Zunächst wird der Abschnitt auf der Hörstener Seite fertiggestellt. Danach folgt der Bereich zwischen Bahnhofsgelände und Maschener Seite. Ist alles im Zeitplan, wird die Brücke im Jahr 2026 wieder für den Verkehr freigegeben – rechtzeitig, um 2027 als Umleitungsstrecke während der Brückeninstandsetzung an der A 1 genutzt zu werden. Mehr als 50 Millionen Euro investiert die Gemeinde Seevetal in die Ertüchtigung der Brücke. Rund 75 % davon übernimmt das Land Niedersachsen. Trotz gestiegener Baupreise bleiben sowohl Zeitplan als auch Kosten im Rahmen, heißt es.

"Es ist ein absolutes Unikat, an dem wir hier arbeiten. Eine Brücke dieser Dimension über einen derart belebten Bahnknotenpunkt zu sanieren – das erfordert nicht nur technisches Können, sondern vor allem ein durchdachtes Gesamtkonzept", so Bauleiter Wehrmann.

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