Sendenhorst (ABZ). – Im Zuge der Erweiterung des Krankenhauses St. Josef-Stift in Sendenhorst musste die Straße Pennigstiege samt unterirdischer Infrastruktur verlegt werden. Die Abwasserwerke Sendenhorst nutzten diese Gelegenheit, um den bestehenden Betonkanal DN 800 durch PVC-U-Rohre zu ersetzen..
Für die Umlegung des Mischwassersammlers kamen 125 m DWCor-3000-Kanalrohre der Nennweite DN 1000 sowie im Anbindungsbereich 20 m HS-Kanalrohre der Nennweite DN/OD 800 von Funke Kunststoffe zum Einsatz. "Die geringe Wandrauheit der Kunststoffrohre kommt uns hier sehr gelegen, da auf der Trasse bedingt durch die Zwangspunkte wenig Gefälle vorhanden ist und sich der Reibungsverlust bei den PVC-U-Rohren in Grenzen hält", erklärt Udo Schratz, Leiter der städtischen Eigenbetriebe. Durch die Aufdimensionierung sei zudem ein größerer Puffer bei Starkregenereignissen geschaffen worden.
Passgenau gefertigte Lösungen sorgen für reibungslosen Ablauf
Neben der hydraulischen Leistungsfähigkeit war laut Abwasserwerke auch die Hochdruckspülbarkeit ein Argument für die Wahl des Werkstoffs. Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller verlief nach Angaben der Beteiligten reibungslos. Planer Leon Jakob von der Gnegel GmbH aus Sendenhorst berichtet: "Bei einem Schacht benötigten wir aufgrund einer geringeren Einbindetiefe besondere Anschlussmuffen. Funke hat diese kurzerhand passgenau angefertigt und dann zum Betonwerk geliefert, wo sie direkt im Schachtbauwerk eingebaut werden konnten." Für die Anbindung von Hausanschlüssen und Seitenzuläufen wurden werkseitig modifizierte CONNEX-Anschlüsse verwendet.
Mit ihrem integrierten Kugelgelenk sorgen diese Bauteile dafür, dass Rohrverbindungen bis 11° schwenkbar sind. "Hausanschlüsse und Seitenzuläufe können so gemäß den Anforderungen der DWA-A 139 spannungsfrei und noch dazu schnell und wirtschaftlich eingebunden werden", erläutert Ralf Erpenbeck, Fachberater bei Funke Kunststoffe. In Sendenhorst wurden mithilfe dieser Bauteile 12 m HS-Kanalrohre der Nennweite DN/OD 200 und insgesamt 50 m HS-Kanalrohre der Nennweite DN/OD 160 angeschlossen.
Ebenfalls zum Einsatz kamen zwei BI-Adapter DN 800 und die VPC-Rohrkupplung für die Verbindung des bestehenden Beton-Mischwasserkanals mit einem Schacht. Dieses Formteil eignet sich laut Hersteller besonders, um Rohre mit werkstoffbedingt verschiedenen Außendurchmessern wie hier bei Beton und PVC-U sicher miteinander zu verbinden.
Projektabwicklung unter erschwerten Bedingungen
Die Bauarbeiten dauerten insgesamt fünf Monate. Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass die Zugänglichkeit zum Krankenhaus für Liegendanfahrten stets sichergestellt sein musste, wodurch der für Baufahrzeuge verfügbare Platz stark eingeschränkt war.
"Da war es vorteilhaft, dass die PVC-U-Rohre vergleichsweise leicht sind und die Disposition reibungslos lief", resümiert Martin Kolberg, Bauleiter der Batteux Bauunternehmung GmbH & Co. KG aus Münster. Stellenweise liegt die Überdeckung des neuen Kanals nur bei 1,1 m. Befürchtungen hinsichtlich zu hoher Punktlasten durch Kräne im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau konnten nach statischen Berechnungen ausgeräumt werden. Als Vorteil erwies sich dabei, dass die DWCor-3000-Kanalrohre biegeweich sind und sich Lasten dadurch auf das umgebende Erdreich verteilen.