München (dpa). – Das größte Schadenersatz-Verfahren gegen das europäische Lkw-Kartell geht in die nächste Instanz. Nachdem das Landgericht München die Schadenersatz-Klage über 867 Millionen Euroabgewiesen hat, kündigte die Klägerin, die Inkassofirma Financialright, sofort Berufung an. Die Lastwagenbauer MAN, Daimler, DAF, Iveco und Volvo/Renault hatten jahrelang Preislisten ausgetauscht. Mehr als 3000 Spediteure und Transportfirmen aus ganz Europa traten ihre Schadenersatzforderungen wegen 84 000 angeblich überteuert verkaufter Lastwagen an Financialright ab. Das aber verstoße in mehreren Punkten gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz, urteilte das Gericht. Financialright-Anwalt Alex Petrasincu sagte, das Münchner Urteil widerspreche einem Urteil des Bundesgerichtshofs. Die Landgerichte Braunschweig und Frankfurt hätten in Verfahren der Financialright-Schwester Myright gegen VW Abtretungsmodelle bestätigt. "Unsere Mandantin wird gegen diese Entscheidung in Berufung gehen", sagte Petrasincu. Daimler teilte mit, die von Financialright "angestrebte Sammelklage ist in Deutschland in der von der Klägerin gewählten Art und Weise nicht zulässig." Im übrigen könnten die Lkw-Käufer keinen konkreten Schaden durch das Kartell nachweisen.
dpa
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