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Leimfreie Elemente vom Keller bis zum Dach

In der Schweizer Gemeinde Salvenach wurde ein Wohnhaus mit tragenden Vollholzelementen realisiert. Zum Einsatz kam das patentierte Bausystem der Firma holzius aus Laas in Südtirol.

Von ABZ
Vollholzbau
Lediglich neun Monate lagen zwischen der ersten baulichen Idee und dem Start der Ausführung. Vom Spatenstich bis zum Einzug vergingen weitere sieben Monate. Ein wesentlicher Aspekt der Zeitersparnis ist in diesem Fall die werksseitige Vorfertigung der leim- und metallfrei gefertigten Wand-, Decken- und Dachelemente in der Produktion von holzius. Die Vollholzelemente werden für die Anlieferung entsprechend des Bauplans vorsortiert, was die Montage vor Ort erheblich beschleunigt und die Fertigstellung der geschlossenen Gebäudehülle innerhalb kürzester Zeit erlaubt. | Foto: holzius/Tim Love Weber

Salvenach/Schweiz (ABZ). – In der Schweizer Gemeinde Salvenach haben Bauherr Andreas Kappeler und Renate Zwahlen ein Wohnhaus mit tragenden Vollholzelementen realisiert. Auch im betonierten Keller kommen Stützen aus Vollholz zum Einsatz, die eine flexible Raumnutzung ermöglichen.

Das Ehepaar entschied sich für das patentierte Bausystem der Firma holzius aus Laas in Südtirol. "Ich bin Schreinermeister und bin vom Werkstoff Holz und dessen Eigenschaften begeistert", erklärt Kappeler die Materialwahl. Nach einer Analyse der am Markt verfügbaren Bausysteme und einer Besichtigung der Produktionsstätte fiel die Entscheidung zugunsten des Vollholzspezialisten aus.

Das Vollholzbausystem von holzius basiert laut Herstellerangaben auf einer modernen Interpretation altbewährter Holzverbindungstechnik.

Bei den Wandelementen werden die Bohlen in Wuchsrichtung verbaut und mit einer Gratleiste in Schwalbenschwanzform versehen. Die Gratleiste wird quer in die Holzbohlen eingepresst und verbindet diese kraftschlüssig miteinander, ohne dass die Verbindung von außen sichtbar ist. Für Decken- und Dachelemente werden die aneinandergereihten Holzbalken mit einer mehrfachen Nut- und Kammverbindung verkämmt und mit Schrauben aus Buchenholz zu einem formstabilen Vollholzelement verbunden. Diese Bauweise ermöglicht nach Angaben des Unternehmens auch die Realisierung mehrgeschossiger Objekte.

Die Raumaufteilung orientiert sich an den Bedürfnissen der Bewohner. Im offenen Keller befinden sich Regale, Waschmaschine, Trockner, die Haustechnik sowie die Regelung zur Regenwassernutzung. Das Erdgeschoss umfasst einen offenen Eingangsbereich mit Garderobe aus Altholz, ein Gästezimmer und Gäste-WC sowie den großzügigen Ess- und Wohnbereich mit offener Küche und Kochinsel.

"Rund zwei Drittel der Oberflächen in den Räumen sind in Holz ausgeführt", berichtet Zwahlen. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dieses schöne Material – Fichten und Zirbenholz – nicht hinter anderen Baustoffen zu verstecken."

Eine besondere Note erhält der Wohnbereich durch eine Zentralstütze aus einem Baumstamm aus dem Wald von Zwahlens Bruder, den holzius den Wünschen entsprechend integrierte.

Das Projekt war von enger Zusammenarbeit geprägt. Für die Planung zeichnete Markus Schwab von Raumzeit Architekten verantwortlich, die Ausführung übernahm die Firma Vonlanthen Holzbau. "Die Kommunikation untereinander fand auf Augenhöhe statt – auch ich als Bauherr wurde voll miteinbezogen", betont Kappeler.

Die werksseitige Vorfertigung der Vollholzelemente trug zur Zeitersparnis bei. Lediglich neun Monate lagen zwischen der ersten baulichen Idee und dem Ausführungsstart. Vom Spatenstich bis zum Einzug vergingen weitere sieben Monate. Die Vollholzelemente werden entsprechend des Bauplans vorsortiert angeliefert, was die Montage vor Ort beschleunigt.

Für das Projekt kamen etwa 59 m³ Vollholz-Wandelemente sowie rund 38 m³ Vollholz-Decken- und Dachelemente zum Einsatz. Das Kohlenstoff-Speicherpotenzial beträgt laut Angaben des Herstellers etwa 86 t. "Hier zeigt sich, dass jeder Baustoff – Beton und Holz – ganz gezielt eingesetzt und sinnvoll miteinander kombiniert wurden", kommentiert holzius-Geschäftsführer Herbert Niederfriniger. "Die statisch tragenden Elemente im Keller sind der beste Beweis dafür, dass Holz tatsächlich ein ganzes Haus 'schultern' kann."

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