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Energiewende für das Olympiadorf München

Rund zwei Drittel der Dachflächen des Olympischen Dorfes in München weisen laut einer aktuellen Studie ein gutes bis sehr gutes Photovoltaik-Potenzial auf.

Von ABZ
Zwei Drittel der Dachflächen für Photovoltaik geeignet
Ein großes Potenzial für Solarenergie weist das denkmalgeschützte Olympiadorf in München auf. Zu diesem Ergebnis kam eine Solarpotenzialanalyse, die das Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE gemeinsam mit dem Architekturbüro Auer Weber durchgeführt hat. Im Auftrag der Landeshauptstadt München und des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege untersuchen die Experten, wie sich Photovoltaik und Denkmalschutz im Olympiadorf vereinbaren lassen. Die Analyse ist Teil eines umfassenden Photovoltaik-Rahmenplans für die energetische Transformation des Olympischen Dorfes. | Foto: Landeshauptstadt München/Martin Rössler

München (ABZ). – Das denkmalgeschützte Olympiadorf in München verfügt über großes Potenzial für Solarenergie. Rund zwei Drittel der Dachflächen des historischen Areals weisen ein gutes bis sehr gutes Photovoltaik-Potenzial auf.

Dies ist das Ergebnis einer Solarpotenzialanalyse, die das Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE gemeinsam mit dem Architekturbüro Auer Weber durchgeführt hat.

Im Auftrag der Landeshauptstadt München und des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege untersuchen die Experten, wie sich Photovoltaik und Denkmalschutz im Olympiadorf vereinbaren lassen. Die Analyse ist Teil eines umfassenden Photovoltaik-Rahmenplans für die energetische Transformation des Olympischen Dorfes. Die Ergebnisse werden laut Angaben der Beteiligten in Form von Kartenmaterial dokumentiert und ab diesem Sommer den Bewohnern als Handbuch zur Verfügung gestellt.

Das in den frühen 1970er-Jahren anlässlich der 20. Olympischen Spiele errichtete Sportlerdorf im Nordwesten von München umfasst 40 ha Fläche und beherbergt rund 3500 Haushalte mit mehr als 6000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die mehr als 50 Jahre alten Gebäude sind inzwischen als Ensemble und als Einzeldenkmäler geschützt und zusammen mit dem Olympiapark in die deutsche Vorschlagsliste zum Unesco-Welterbe aufgenommen worden.

Nach Ansicht der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt München ist es notwendig, das historische Olympiadorf für die Zukunft zu rüsten und dabei den Spagat zwischen Bewahrung des Kulturerbes und nachhaltiger Entwicklung zu meistern. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage der Eigentümer nach der Installation von Photovoltaik-Modulen auf Dächern und Balkonen deutlich gestiegen. Um die Intensität der Sonneneinstrahlung im Olympiadorf zu berechnen, erstellten die Experten von Auer Weber Architekten und Drees & Sommer ein 3D-Modell des gesamten Areals. "Unserer Analyse nach sind rund 65.000 Quadratmeter Dachfläche gut bis sehr gut für Photovoltaik geeignet, weitere 11.000 Quadratmeter bedingt. Damit reicht das reine Solareinstrahlungspotenzial der Dächer aus, um rund die Hälfte der Haushalte bilanziell und theoretisch mit Solarstrom zu versorgen", berichtet Mathias Lanezki, Projektverantwortlicher bei Drees & Sommer.

Neben Dachflächen hat das Expertenteam auch das PV-Potenzial der Fassaden und Balkone untersucht. Das Olympische Dorf umfasst bis zu 23-geschossige Hochhäuser und Terrassenhäuser, zwei- bis fünfgeschossige Reihen- und Mehrfamilienhäuser sowie eingeschossige Bungalows. "Im nächsten Schritt stehen die Gestaltungsanforderungen im Fokus. Wir schauen uns die einzelnen Dach- und Fassadenkonstruktionen von verschiedenen Gebäudetypologien genau an und prüfen, welche Belegungsflächen und Solarpaneele in Frage kommen und wie sie sich technisch und denkmalschutzkonform oder ästhetisch sinnvoll integrieren lassen", erklärt Adrian Gessner von Auer Weber Architekten. Entscheidend sei dabei, dass sich die PV-Anlagen harmonisch in die denkmalgeschützte Umgebung einfügen und das Gesamtbild nicht dominieren. Zusätzlich wird geprüft, wie der erzeugte Strom genutzt und gespeichert werden kann.

Der fertige PV-Rahmenplan soll den Bewohnern und Eigentümern des Olympischen Dorfs ab diesem Sommer in Form eines Handbuchs zur Verfügung stehen. Er soll detaillierte Informationen liefern, wo genau PV-Anlagen installiert werden dürfen, welche Gestaltungsanforderungen erfüllt sein müssen und sogar Vorschläge zur Farbgebung der Solarmodule enthalten.

Der PV-Rahmenplan ist der erste Baustein eines kommunalen Denkmalkonzepts, das für den gesamten Olympiapark in den kommenden Jahren geplant ist. Neben Auer Weber und Drees & Sommer begleiten unter anderem die stauss processform GmbH, die Sailer Stepan Tragwerkteam München GmbH und die Uniola GmbH das Projekt.

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