Kirchberg (ABZ). – Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck hat am 29. Oktober 2025 in Kirchberg (Rheinland-Pfalz) ein neues Werk für Betonfertigteile eröffnet. Nach Herstellerangaben investierte das Unternehmen in der ersten Stufe über 80 Millionen Euro in den Standort.
Auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern fertigt Goldbeck am neuen Standort Systemelemente für Wohngebäude, Schulen, Büros, Parkhäuser und Hallen. Das Produktspektrum umfasst Decken, Wandelemente, Parkhausplatten, Stützen und Sockel. Diese montiert das Unternehmen anschließend mit weiteren Systemelementen zu schlüsselfertigen Immobilien.
Goldbeck betreibt laut eigenen Angaben insgesamt zehn Betonfertigteilwerke in Deutschland, Polen, Tschechien und Dänemark sowie weitere Werke für Stahlelemente, Fenster, Türen und Fassaden in Bielefeld, Treuen, Hobro (Dänemark) und Lodz (Polen).
In Kirchberg stellt Goldbeck auch Systemelemente her, die in seriell gefertigten Wohngebäuden eingesetzt werden. Die im Werk produzierten Wandelemente enthalten bereits Fenster, sodass die Elemente auf den Baustellen direkt zu Gebäuden montiert werden können. Bis zu 7.000 Wohnwände kann das Unternehmen pro Jahr in Kirchberg fertigen.
"In herausfordernden Zeiten investieren wir antizyklisch in unsere Kapazitäten und Technologie – das ist Teil unseres Selbstverständnisses. Das neue Werk markiert einen Meilenstein für die Weiterentwicklung des industriellen Bauens. Wir schaffen auch hier in Kirchberg die Voraussetzungen, um dringend benötigte öffentliche Gebäudeinfrastruktur und Wohnraum zügig und in hoher Qualität zu realisieren", sagte Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter, bei der Eröffnung.
100 neue Arbeitsplätze entstehen
In der ersten Ausbaustufe des Werks schafft Goldbeck rund 100 neue Arbeitsplätze in Produktion und Verwaltung. Das Unternehmen ist auf den weiteren Ausbau auf bis zu 250 Mitarbeitende vorbereitet. "In Kirchberg verbinden wir Hightech mit Handwerk – und freuen uns über jede Bewerbung von Menschen, die Interesse daran haben", sagte Werksleiter Dr. Marco Molitor.
Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, betonte: "Goldbeck investiert am Standort Kirchberg im Hunsrück und trägt damit erheblich zum starken und innovativen Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz bei. In der ersten Ausbauphase entstehen hier rund 100 attraktive Arbeitsplätze für die gesamte Region. Das Familienunternehmen Goldbeck steht für innovatives, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunft."
Das Werk wurde mit der CSC-Zertifizierung (Concrete Sustainability Council) ausgezeichnet – ein Nachweis für die nachhaltige Herstellung der Goldbeck-Betonsystemelemente. Ein zentraler Faktor dafür ist nach Herstellerangaben das Mischwerk, das mit einer vollautomatisierten Steuerung und flexiblen Rezepturführung arbeitet. Dadurch können je nach Produkt und Bedarf Betonmischungen mit reduziertem Zementanteil und somit geringerem CO₂-Footprint hergestellt werden.
Im neuen Werk kommt der unternehmenseigene Beton Goldbeck Blue Concrete zum Einsatz. Dieser nachhaltige Beton emittiert laut Hersteller bis zu 35 Prozent weniger CO2 als der Branchenreferenzwert nach dem Concrete Sustainability Council. Durch den Einsatz von Technologien wird weniger Zement für die gleiche Festigkeit des Betons benötigt.
Energiekonzept mit Photovoltaik
Das Werk im Hunsrück liegt nach Angaben des Unternehmens logistisch günstig zwischen der Region Rhein-Main, dem Ruhrgebiet, Trier und Koblenz. Das ermöglicht kurze Transportwege zu den Baustellen in der Region. Goldbeck hat auf dem Dach des Werks eine Photovoltaikanlage mit 1,3 Megawatt Leistung installiert und deckt so einen Großteil des Energiebedarfs. Eine wärmepumpenbasierte Hallenheizung ermöglicht eine energieeffiziente Temperierung der Produktion.
Ein Gründach auf dem Pförtner- und Verwaltungsgebäude fördert die lokale Biodiversität und reguliert die Gebäudetemperatur. Dadurch ist keine aktive Kühlung erforderlich. Das Begrünungskonzept für die Außenanlagen sorgt dafür, dass sich das Werk in seine Umgebung einfügt und Ausgleichsflächen für die lokale Flora und Fauna schafft.
"Wir verbinden innovative Technologien mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit. So schaffen wir effiziente Produktionsprozesse und setzen Maßstäbe bei der Reduzierung des CO₂-Footprints", fasste Werksleiter Dr. Marco Molitor bei der Eröffnung zusammen.