Mainz (ABZ) I Mit der Fertigstellung der neuen Fassade des denkmalgeschützten Brückenturms von Arne Jacobsen wurde einem Kulturdenkmal neues Leben eingehaucht.
Die vom Frankfurter Architekturbüro Hammerschmidt Architects begleitete Sanierung des historischen Uhrturms zeigt, wie denkmalgeschützte Objekte behutsam in die Gegenwart geführt werden können.
Der Brückenturm, der in den 1970er-Jahren von dem berühmten dänischen Architekten und Designer Arne Jacobsen entworfen wurde, ist ein eigenständiger Teil des Mainzer Rathausensembles. 2021 wurden schwere Fassadenschäden am Turm festgestellt, die eine Erneuerung notwendig machten. »Unser Ziel war es, die architektonischen Details wiederherzustellen und die Gebäudehülle möglichst nah am Original sowie funktional zu sanieren«, erklärt Christopher Hammerschmidt, Geschäftsführer von Hammerschmidt Architects.
Die Vorgaben für das denkmalgeschützte Objekt bildeten einen strengen Rahmen für Bau und Architektur. »Um die Optik der Fassade originalgetreu nachbilden zu können, haben wir intensiv nach einem passenden, außenraumgeeigneten Naturstein gesucht und diesen schließlich in der Schweiz gefunden – Mägenwiler Muschelkalk. Das Material entspricht unseren hohen Ansprüchen. Die großen Abbaumengen waren für den kleinen Steinbruch jedoch herausfordernd«, so Christopher Hammerschmidt.
Rund 4.000 Platten waren für die Gesamtfassadenfläche von circa 1.800 m2 nötig. Dabei mussten für die 400 m2 Rundfassade speziell abgerundete Steine hergestellt werden. Auch die Sanierung der zwei Turmuhren erforderte eine architektonische Planung und Umsetzung auf hohem Niveau. »Die Zifferblätter der Uhren an der Nord- und Südseite des Turms sind in den Stein gemeißelt und erstrecken sich über mehrere Platten. Die Reliefs der alten Uhren mit jeweils 4,5 Meterm Durchmesser haben wir in 3-D aufgenommen und planerisch auf die neuen Steinplatten übertragen.
Dort wurden sie dann in akribischer Handarbeit in den Stein gemeißelt«, sagt Andreas Schuldes, leitender Architekt beim Projekt Rathausensemble. Die Zeiger wurden in der Bestandsfarbe neu lackiert. »Wenn man als Architekt ein Projekt des berühmten Arne Jacobsen sanieren darf, achtet man natürlich besonders auf charakteristische Details«, so Andreas Schuldes. Die erfolgreiche Fertigstellung des Brückenturms ist nach Architektenaussage einer der Meilensteine der Sanierung des Rathausensembles. Im Mainzer Brückenturm, dessen Betrieb zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden musste, befindet sich unter anderem das Zentrum für Baukultur.
Hammerschmidt Architects gehört nach eigenen Angaben mit über 30 Jahren Erfahrung in preisgekrönter nationaler und internationaler Architektur zu den führenden Architekturbüros in Deutschland.
An seinen Standorten in Frankfurt am Main und Berlin beschäftigt das Büro ein Expertenteam mit mehr als 40 Mitarbeitenden aus über zehn Nationen, das innovative und nachhaltige Lösungen für komplexe Bauvorhaben entwickelt.
Unter dem Leitbild »Next Level Architecture« steht Hammerschmidt Architects für maßgeschneiderte Konzepte, die Kreativität, Nachhaltigkeit und Ästhetik mit emotionaler sowie künstlerischer Qualität verbinden und somit bleibende Werte schaffen.