Kalmar/Schweden (ABZ) | Fast 17.000 soll es in Schweden geben. Ein beeindruckendes Beispiel ist die mehr als 6 Kilometer lange Ölandbrücke. Sie verbindet die südschwedische Stadt Kalmar über 155 Brückenfelder mit der Insel Öland im Osten. 1972 eröffnet, ist die bis heute längste Brücke Schwedens inzwischen in die Jahre gekommen und muss saniert werden.
Dazu errichteten schwedische Gerüstbauer ein Hängegerüst, welches Voraussetzungen für die Instandsetzungsarbeiten bei laufendem Verkehr bot. Erfolgsfaktoren: Die innovative Plattformlösung FlexDeck – und eine detaillierte Vorplanung in 3D.
Kurze Montagezeit, hohe Arbeitssicherheit und eine größtmögliche Durchfahrtshöhe, das sind laut Layher-Geschäftsführer Wolf Christian Behrbohm zentrale Herausforderungen im Bereich Brückenbau und -sanierung. Bei diesem Projekt mussten zudem die hohen Windlasten in bis zu 40 m Höhe sowie die Verkehrslasten berücksichtigt werden. Denn auf der Arbeitsplattform arbeiten jeden Tag nicht nur bis zu 30 Fachleute mit »Hochdruck«, sondern es wird auch schweres Gerät gelagert.
»Mit der neuen modulareren Plattformlösung FlexDeck können Gerüstbauunternehmen für alle Anforderungen wirtschaftlich wie technisch überzeugende Systemlösungen realisieren«, erklärt Behrbohm. »Und das bei maximaler Anwendungsvielfalt. Projekte lassen sich beschleunigen, Sperrzeiten von Brücken minimieren und das Freivorbau-Verfahren gewährleistet bereits bei der Montage ein hohes Maß an Arbeitssicherheit.« Die Innovation basiere auf Serienteilen des Integrierten Layher Systems. »Herzstück ist der Aluminium-Träger FlexBeam, der kürzlich im Rahmen der Irish Construction Excellence Awards (ICE Awards) als Sieger im Bereich moderner und nachhaltiger Baumethoden erneut ausgezeichnet wurde«, erläutert Behrbohm. »Das vielseitig einsetzbare Ergänzungsbauteil überzeugt bei geringer Bauhöhe mit einer hohen Tragfähigkeit – ein echter Gamechanger. Dadurch sind weniger Abhängepunkte nötig – dies spart Zeit bei der Montage und schont zugleich das Bauwerk.«
Das großzügige Abhängeraster und die ebene Arbeitsfläche sorgen für effizientes Arbeiten auf der Plattform. Sicherheit bei Montage und Nutzung wird ebenfalls großgeschrieben. In Kombination mit Allround-Bauteilen lässt sich ein Seitenschutz an der Plattform ergänzen. Und dank drei neuer Ausbauteile ist die modulare Plattformlösung FlexDeck gerade in großen Höhen im sogenannten Freivorbau-Verfahren realisierbar. Ein Kran und ein Stromanschluss sind nicht erforderlich.
Um die modulare Arbeitsplattform FlexDeck optimal auf die Baustellenwünsche zuzuschneiden, erhielten die schwedischen Gerüstbauer Planungsunterstützung von den Layher Anwendungsingenieuren vor Ort. „Unsere Anwendungsingenieure suchen gemeinsam mit unseren Kunden für jedes Projekt die individuell richtige Lösung – in technischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht“, führt Behrbohm weiter aus. „Von digitalen Arbeitsschritten profitieren Gerüstbauunternehmer und ihre Kunden gleichermaßen. Kostenkontrolle, Transparenz in allen Arbeitsschritten und vor allem Planungs- und Terminsicherheit gehören zu den zahlreichen Vorteilen – gerade bei engen Terminplänen wie bei der Sanierung der Ölandbrücke.“
Erster Schritt: digitale Vorplanung in 3D mit LayPLAN CAD. Dadurch war es möglich, die Brückenkonstruktion optimal auf die Baustellengeometrie und die -anforderungen anzupassen. Anhand des digitalen Gerüstzwillings ließ sich die Planung eng mit dem Gerüstbauunternehmen, dem Auftraggeber und den nachfolgenden Gewerken abstimmen. Auch nachfolgende Arbeitsschritte wurden erleichtert: angefangen von der schnellen Übergabe des 3D-Gerüstmodells für den statischen Nachweis mit allen Daten bis hin zur Generierung verlässlicher Materiallisten per Knopfdruck. So war für jeden Bauabschnitt das richtige Material in der richtigen Menge termingerecht vor Ort, so Layher.