Bonn (dpa). | Die Verbesserung der Verkehrslage nach der Sperrung der vielbefahrenen Bonner Nordbrücke hat für Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder nach eigenen Worten „absolute Priorität“. Grund seien die „dramatischen Auswirkungen“, sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch vor Ort.
„Die Bedeutung der Brücke ist enorm für Bonn und für die umliegende Region. Die prägende Ost-West-Verbindung - etwa 100.000 Fahrzeuge am Tag, aber auch den Rad- und Fußverkehr wollen wir nicht unterschlagen, auch der ist wichtig.“ Auch der Chef der Autobahn GmbH des Bundes, Michael Güntner, versicherte, es gebe für die Autobahn GmbH derzeit kein wichtigeres Projekt als die Bonner Nordbrücke. „Wir werden alles tun, hier die Probleme schnellstmöglich zu lösen“, sagte er. Zurzeit ist aber unklar, ob die Brücke noch einmal geöffnet werden kann.
Die vielbefahrene Autobahnbrücke über den Rhein war am Mittwoch wegen neu entdeckter Schäden bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. Unter anderem waren Risse im Beton und Korrosionsschäden im Betonstahl festgestellt worden. Die Brücke ist Teil der Autobahn 565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region. Über sie rollte bis zur Sperrung deutlich mehr Verkehr als über die lange gesperrte Rahmede-Talbrücke der Sauerland-Linie A45.
Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH, sagte, derzeit liefen technische Untersuchungen. „Es müssen dann erneute statische Berechnungen durchgeführt werden, um zu einer ingenieurtechnisch belastbaren Aussage zu kommen, um dann entscheiden zu können – kann das Bauwerk noch in irgendeiner Art und Weise mit technischen Möglichkeiten nochmal ertüchtigt werden, oder kommen wir in eine Situation, wo das Bauwerk dauerhaft gesperrt bleiben muss? Darüber möchte ich heute nicht spekulieren.“ In ein paar Tagen werde man möglicherweise Genaueres wissen.
Auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sagte, Spekulationen über die Zukunft der Brücke würden sich derzeit verbieten. Es müsse jetzt abgewartet werden, in welchem Zustand sich das Bauwerk befinde. Er sei sehr froh darüber, dass Schnieder so schnell angereist sei, um mit seinem Besuch auch deutlich zu machen, dass es hier nicht um irgendein Bauwerk gehe, „sondern dass das oberste Priorität in der Bundesregierung hat“. Das zeige, dass die Brücke ganz oben auf der Agenda stehe. „Sicherheit hat immer oberste Priorität , sagte Schnieder. Der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), sagte, es werde jetzt parteiübergreifend angepackt. „Wir müssen jetzt erst einmal dafür sorgen, dass die Belastung so gering wie möglich gehalten wird.“