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NordBau 2025: Trends bei Baumaschinen und nachhaltigem Bauen

Bei der NordBau 2025 in Neumünster lockten über 50.300 Besucher Innovationen bei elektrischen, digitalen und nachhaltigen Baumaschinen.

Elektromobilität und Digitalisierung im Bauwesen
50 300 Besucherinnen und Besucher nutzen die NordBau2025, um sich die mittlerweile auch großen Geräte in vollelektrischer Variante zeigen zu lassen, sich über innovative Baustoffe zu informieren oder sich bei den Fachverbänden beraten zu lassen. | Foto: Kai-Werner Fajga

Neumünster. – Die NordBau hat zur 70. Auflage mehr als 50.000 Besucher ins beschauliche Neumünster gelockt. Welche Trends es im Norden gibt, sahen sich ABZ-Chefredakteur Kai-Werner Fajga und Redakteurin Cornelia Rachow vor Ort an.

Die Morgensonne hat die Holstenhallen in warmes Licht getaucht, als sich die Tore zur 70. NordBau öffnen. Bereits in den ersten Stunden strömen Fachbesucher über das weitläufige Gelände – vorbei an surrenden Elektrobaggern, glänzenden Straßenfertigern und hochmodernen Baumaschinen, die das Versprechen einer digitalisierten Zukunft des Bauwesens verkörpern. Fünf Tage lang verwandelt sich Neumünster zum Zentrum der norddeutschen Baubranche.

Mit 50 300 Besuchern und 701 Ausstellern aus 16 Ländern verzeichnete die diesjährige NordBau nach Angaben der Veranstalter einen deutlichen Erfolg. Die Messe feierte gleichzeitig ihr 70-jähriges Bestehen und die 50-jährige Partnerschaft mit Dänemark. Zur Eröffnung sprachen unter anderem Claus Ruhe Madsen vom schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium, Thomas Østrup Møller, Botschafter der Königlich Dänischen Botschaft, sowie Karen Pein, Senatorin der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.

Ein zentrales Thema der Messe war die fortschreitende Elektrifizierung von Baumaschinen. Zahlreiche Hersteller präsentierten batteriebetriebene Alternativen zu konventionellen Dieselmaschinen. Wacker Neuson zeigte unter anderem den neuen Mini-Radlader W 300e mit elektrischem Antrieb und den E-Bagger EZ10e.

Das Unternehmen stellte zudem die Umsetzung des MIC 4.0-Standards für Baumaschinen vor. XCMG demonstrierte ein neuartiges Motorkonzept für E-Maschinen, bei dem die Kraft laut Angaben des Herstellers direkt auf die Räder wirkt – ohne Getriebe. "Besonderes Interesse galt dabei unseren batterie-elektrischen Geräten", erklärte Wilhelm Laven, Sales Manager Construction Machines bei XCMG. Der chinesische Hersteller LiuGong präsentierte zusammen mit den Vertriebspartnern Bauma und SI den Elektro-Radlader 856HE mit 21 Tonnen Betriebsgewicht. LiuGong bezeichnet sich nach eigenen Angaben als weltweit führend bei elektrisch angetriebenen Baumaschinen.

Neben der Elektrifizierung standen digitale Technologien im Mittelpunkt vieler Präsentationen. Bomag stellte den neuen Straßenfertiger BF350 mit vereinfachten Voreinstellungen vor. "Fahrer werden es in Zukunft noch einfacher haben, die Maschinen zu bedienen", erläuterte Torsten Wellems, Verkaufsleiter Light Equipment Deutschland bei Bomag. Das Unternehmen präsentierte auch die "BOMAP"-App und weitere digitale Lösungen.

Swecon und Volvo zeigten erstmals in Deutschland Modelle der K-Serie und F-Serie. "Auch unsere digitalen Lösungen standen eindeutig im Messefokus und das Interesse der Besucher war hoch", berichtete Falk Bösche, Geschäftsführer von Swecon Baumaschinen. "Die Messe NordBau hat sich erneut als zentrale Anlaufstelle für die Baumaschinenbranche im Norden etabliert. Wir konnten nicht nur qualitativ hochwertige Kundengespräche führen, sondern auch die neuen Produkthighlights im Demo- und Testgelände präsentieren. Besonders erfreulich waren die intensiven Kundengespräche und der rege Austausch über Branchentrends und Innovationen."

Eine Sonderausstellung widmete sich dem Thema "Temperaturabgesenkter Asphalt – die Zukunft des Asphaltbaus". Die Wirtgen Gruppe war sowohl am gewohnten Messestand als auch in dieser Sonderausstellung vertreten und zeigte aufeinander abgestimmte Lösungen für Herstellung, Verarbeitung und Verdichtung. Dynapac präsentierte die "White Lady" genannte Tandemwalze, die der Hersteller speziell für die Arbeit mit temperaturabgesenktem Asphalt empfiehlt.

"Das ist eine statische Walze, die besonders für den Einsatz temperaturabgesenktem Asphalt wichtig wird, denn sie arbeitet nur mit ihrem Gewicht", erklärte Michael Hoffmann, General Manager CC DACH bei Dynapac. Während normale Maschinen eine Linienlast von 27 Kilogramm pro Zentimeter hätten, verfüge diese Walze über 60 Kilogramm und eigne sich daher besser für diese Arbeiten.

Liebherr kehrte nach eigenen Angaben seit der Corona-Pandemie erstmals wieder auf die NordBau zurück und präsentierte im Freigelände Nord drei Exponate aus den Produktsegmenten Spezialtiefbau und Erdbewegung. Der Kettenbagger LRB19 mit Ramme LV23F bildete dabei den Blickfang. Zusätzlich waren der Kompakt-Mobilbagger A 911 Compact und der Radlader L 506 Compact zu sehen.

Zeppelin Baumaschinen verzeichnete nach Angaben von Holger Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung, Erwartungen, die "deutlich übertroffen" wurden. "Die NordBau ist ein Meilenstein für uns", sagte Schulz. Das Unternehmen wachse auch durch die Übernahmen des Cat-Servicegeschäfts von Pon in Norwegen.

Unterschiedliche Unternehmen stellten Speziallösungen vor. Seki Schalungstechnik präsentierte den SEKI BOCK, ein System zur Abstützung von Rahmenschalungen bei der Herstellung von Bodenplatten. "Das System ersetzt die bisher gängige Praxis mit Kanthölzern und Brettern", erklärte Geschäftsführer Ewald Kläs. Dank spezieller Klemmschrauben-Sets sei der SEKI BOCK mit allen gängigen Schalungssystemen kompatibel.

Samedia stellte die Produktneuheit TTS 820 Amphibia Rail vor, die laut Alexander Schwalb vom Unternehmen "vor allem dem Fliesenleger und Gala-Bauer die Möglichkeit bietet, Keramik trocken oder nass sauber zu trennen". Dadurch spare man Zeit und Geld beim Verlegen.

Die Resonanz der Aussteller fiel durchweg positiv aus. "Die Messe NordBau hat sich erneut als zentrale Anlaufstelle für die Baumaschinenbranche im Norden etabliert", resümierte Falk Bösche von Swecon. Franz-Josef Werner von Optimas Maschinenfabrik bezeichnete die Messe als "erfolgreiches Heimspiel" mit "vielen tollen und spannenden Gesprächen".

Chris Uphoff von Hyundai Baumaschinen Nord berichtete von einer "sehr erfolgreichen Messe". Die neue Generation Kettenbagger HX400 als erste Maschine in Deutschland sei der Blickfang des Standes gewesen. Auch HKL Baumaschinen zeigte sich zuversichtlich: Geschäftsführer Ulf Böge verwies auf die kürzlich eröffneten drei neuen Center in Niedersachsen und Bayern und kündigte weitere Standorte an.

Die NordBau 2025 unterstrich damit ihre Position als wichtigste Baumesse im norddeutschen Raum und zeigte die Richtung auf, in die sich die Branche entwickelt: elektrisch, digital und nachhaltig.

Kai-Werner Fajga

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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