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E-Wendchen

Der Landkreis Nordwestmecklenburg verzichtet auf Elektrobusse wegen hoher Kosten und bleibt bei Dieselbussen mit HVO100. Andere Regionen stocken auch beim E-Bus-Kauf.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg informierte jüngst die Öffentlichkeit, dass man aus finanziellen Gründen nicht auf Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr umsteigen werde. Der Kreistag hatte beschlossen, dass weiterhin Dieselbusse gekauft und diese mit dem synthetischen Kraftstoff HVO100 betrieben werden sollen. Das spare 90 Prozent CO2 ein, herkömmliche Dieselbusse könnten damit betankt werden, ein Umrüsten der Werkstätten und ein Umschulen des Personals sei nicht notwendig. Die zugesagten Fördermittel für einen Umstieg auf E-Fahrzeuge würden nur rund 30 Prozent der Beschaffungskosten decken. So wie im Nordosten treibt es mehrere Verkehrsträger um. Nur noch 42 Prozent der ursprünglich geplanten rund 2400 emissionsfreien Stadtbusse in Deutschland sollen derzeit wie vorgesehen beschafft werden, geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unter seinen Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat. Dieser Rückgang sei hauptsächlich auf den Wegfall von Bundesfördermitteln zurückzuführen. Die Elektromobilität kommt in Deutschland auch sonst nicht in Fahrt, und dafür gibt es viele Gründe. Angefangen bei gestrichenen Fördertöpfen und noch immer nicht vorhandener flächendeckender Lade-Infrastruktur über zu teure und schadanfällige

E-Pkw und ein begrabenes E-Autobahn-Projekt bis hin zu vergleichsweise teuren Energiepreisen und nicht ausreichender Verfügbarkeit von Strom. Da passt es ins Bild, dass nun auch mit Northvolt ein Unternehmen Insolvenz anmeldete, dass im Norden eine groß angelegte Batteriefertigung aufbauen sollte – Ausgang ungewiss. Die ebenso groß propagierte Klimawende der Koaltition droht bei der nächsten Bundestagswahl ebenso krachend zu scheitern, wie die Koalition selbst. Auch im Bausektor werden Maschinen mit E-Antrieb bisher kaum nachgefragt. Gegenbeispiel bei den "Öffis": Der Landkreis Ludwigslust-Parchim verkündete jüngst, dass man den öffentlichen Nahverkehr auf Elektrobusse umstellen wolle – bis 2038 sollen alle Busse elektrisch fahren. Bereits seit zwei Jahren sind 47 Elektrobusse im Einsatz, die Bilanz sei bislang positiv: E-Busse sparten 50 Prozent der Betriebskosten, ließen sich einfacher warten und seien im Verbrauch deutlich günstiger. Die mit rund 600.000 Euro doppelt so hohen Anschaffungskosten seien dabei einkalkuliert.

Kai-Werner Fajga

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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