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Spitzenreiter

Der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Problem für deutsche Unternehmen, insbesondere im Baugewerbe. Automatisierung und Roboter könnten künftig Abhilfe schaffen.

Das Thema Fachkräftemangel rangiert weiterhin ganz oben auf der Liste ungelöster Probleme der in Deutschland aktiven Unternehmen, bescheinigte jüngst eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Nach der Studie sind 84 Prozent der Betriebe in Deutschland vom Fachkräftemangel betroffen, zwei von drei Betrieben bezweifeln demnach, dass sie in Zukunft ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen können. Besonders stark vertreten seien solche Sorgen im Baugewerbe – nur ein Viertel der Unternehmen rechnet hier laut den Forschern nicht mit Problemen.

Eine weitere aktuelle Umfrage unter Mitarbeitenden, die allerdings nicht repräsentativ ist, kam zu dem Schluss, dass zwei Drittel der Mitarbeitenden aus deutschen Handwerksbetrieben angegeben hätten, bereits darüber nachgedacht zu haben, der Handwerksbranche gänzlich den Rücken zu kehren. Auch die großen Verbände der Branche werden nicht müde, das Problem Fachkräftemangel immer wieder zu benennen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, allerdings steckt die Baubranche nicht nur im Wohnungsbau trotz avisierter Milliardenmittel für Bau-Investitionen der Bundesregierung noch immer in einer Krisenphase, in der schlicht zu wenig gebaut wird.

An den Kapazitäten werde die Erneuerung der Infrastruktur nicht scheitern, sagte jüngst Klaus Rohletter, Präsident des Verbands Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz. "Die Bauwirtschaft, die die Pläne umsetzen soll, die steht jedenfalls bereit. Wir haben in der Krisenphase unsere Ressourcen beisammen gehalten." Diese Aussage kann sicherlich stellvertretend auch für andere Bundesländer angenommen werden, sie zeigt letztlich jedoch nur erneut die Dringlichkeit der Problemlösung auf.

Das Szenario, dass die Bauindustrie auf absehbare Zeit nicht genug der benötigten Kräfte generieren können wird, ist laut Experten unausweichlich, immer mehr Unternehmen reagieren mit Produkten, Lösungen oder Diensten, die möglichst viele Prozesse automatisieren sollen, oder wo Roboter oder autonome Helfer die Arbeiten erledigen und der überwachende Mitarbeiter aus einem Container steuert. Ob Baustellen der Zukunft somit Menschen-leerer werden, bleibt abzuwarten.

Kai-Werner Fajga

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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