Schwerin/Stralsund (dpa). – Der Bauboom lässt auch die Nachfrage nach Baustoffen wie Sand und Kies wachsen. Wie aus Daten des Bergamts in Stralsund hervorgeht, nahm die Abbaumenge in Mecklenburg-Vorpommern in den zurückliegenden Jahren spürbar zu. Demnach lieferten die 150 Tagebaue im Nordosten im Jahr 2018 etwa 15,2 Millionen Tonnen Sand und Kies. 2015 lag die Fördermenge noch bei etwa 13 Millionen Tonnen. An die Spitzenwerte der 1990er Jahre (25 Millionen Tonnen pro Jahr) reichen die Mengen allerdings nicht heran. Bedingt durch die geologische Situation lägen die Schwerpunkte des Abbaus in der Müritzregion und in Nordwestmecklenburg. In den zurückliegenden fünf Jahren wurden laut Bergamt drei Tagebaue neu erschlossen, in Groß Tessin (Landkreis Nordwestmecklenburg), bei Warksow im Süden Rügens und in Klatzow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Für Alt Pokrent (Nordwestmecklenburg) liege ein Antrag auf Erschließung vor. Bei planfeststellungspflichtigen Vorhaben dauere es zwei bis vier Jahre, bis mit dem Kiesabbau begonnen werden könne. Auch wenn sich im Vergleich zur Vielzahl der Förderstätten im Land die Beschwerden in Grenzen hielten, nähmen Bürgerproteste zu, hieß es aus dem Bergamt. Erst Ende 2019 hatte sich in Pinnow südlich von Schwerin eine Bürgerinitiative gegründet, die einen "für Mensch und Natur verträglichen" Kiesabbau in der Region fordert. Nach Angaben der Initiatoren hatten im Vorjahr die Lärm- und Vibrationsbelastungen massiv zugenommen.
dpa
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