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Große Spannweite mit schlanker Konstruktion sicher überbrückt

Bei der Erneuerung der Bockfließer Brücke in Deutsch-Wagram, an der Stadtgrenze Wiens gelegen, setzte die Baufirma Swietelsky auf das flexible Traggerüstsystem Doka UniKit.

Von ABZ
ÖBB-Nordbahnmodernisierung
SOLIDE TRAGKRAFT FÜR FREIE FAHRT: Bei der Brückenerneuerung unter laufendem Bahnbetrieb in Deutsch-Wagram (Österreich) setzte das bauausführende Unternehmen Swietelsky auf UniKit, das schwere Traggerüst von Doka. So konnten die örtlichen Lichtraumvorgaben sicher und auch wirtschaftlicher umgesetzt werden. | Foto: Doka

Deutsch-Wagram/ Österreich (ABZ). – Der umfassende Ausbau der Nordbahn von Wien Süßenbrunn bis zur tschechischen Staatsgrenze durch die ÖBB schreitet planmäßig voran. Bei der Erneuerung der Bockfließer Brücke in Deutsch-Wagram, an der nordöstlichen Stadtgrenze Wiens gelegen, setzte die Baufirma Swietelsky auf das flexible Traggerüstsystem Doka UniKit.

Die schlanke, aber leistungsstarke Lösung ermöglichte eine sichere und wirtschaftliche Umsetzung bei laufendem Bahnbetrieb, betonen die Beteiligten.

Die Nordbahn ist eine wichtige Verbindungsstrecke innerhalb der Südstrecke und damit auch der beiden Europäischen Kernnetzkorridore Ostsee-Adria und Orient/ Östliches Mittelmeer.

Derzeit wird die Strecke für eine höhere Zugfrequenz sowie einen verdichteten Schnellbahntakt modernisiert und ausgebaut. Ein zentrales Element der Nordbahnmodernisierung bildet die Neugestaltung des Bahnhofs Deutsch-Wagram zwischen Wien und Gänserndorf, nahe der der slowakischen Grenze. Neben der Anpassung der Gleisanlagen für höhere Zuggeschwindigkeiten und einem dichteren S-Bahn-Takt wurde auch die Straßenbrücke der L13, die Bockfließer Brücke, vollständig erneuert.

Die neue Brücke, die die Nordbahn-Strecke überspannt, wurde an die geänderten Dimensionen angepasst. Nach dem Abbruch der alten Konstruktion errichtete die Baustellenmannschaft mit der Rahmenschalung Framax Xlife zwei Widerlager und drei Brückenpfeiler. Für die Herstellung der Rundungen der 13,48 m langen und 100 cm dicken Pfeiler kam zudem die Stützenschalung RS zum Einsatz. Die Schalungshöhe betrug bis zu 8,70 m.

Flexibel über den Gleisen

Doka sorgte laut eigener Aussage mit ihrem umfangreichen Produktsortiment für die sichere Unterstellung des massiven neuen Tragwerks mit einer Länge von 83 m und einer Breite von 15 m. Die Tragwerkstärke variierte von 1,25 m im Regelbereich bis zu 1,75 m an den Pfeilern. In den Widerlagerzonen war als Unterstellung das Traggerüst Staxo 100 mit seinen robusten Stahlrahmen im Einsatz.

Direkt über den Bahngleisen spielte Doka UniKit dem Hersteller zufolge seine Stärken aus: Der universelle Engineering-Baukasten für schwere Lasten zeichnet sich durch eine hohe Tragfähigkeit, flexible Komponenten und eine einfache Anpassbarkeit an projektspezifische Gegebenheiten aus.

Durch seine Systemlogik ließen sich Materialeinsatz und Montagezeiten so optimieren, dass die Lösung wesentlich zur termingerechten Fertigstellungen im Gleisbereich beitrug.

Eine besondere Herausforderung bei diesem Bauvorhaben stellte die Einhaltung des Lichtraumprofils dar, das für den ungehinderten Zugsverkehr freigehalten werden musste, beschreiben die Beteiligten. Denn außerhalb der kurzzeitigen nächtlichen Sperren wurden die Gleise auch während der Bauphase befahren. Statt eine kostspielige, massive Stahlbau-Sonderanfertigung für die Unterstellung der Gleisbereiche zu beauftragen, konzipierte Doka eine, so das Unternehmen, leistungsstarke Unterstellung aus dem mietbaren Baukasten-System Doka UniKit.

Ein bestehender Pfeiler der alten Brücke wurde dafür abgeschnitten und als Hilfspfeiler genutzt. Da das Aufrüsten des Mittelpfeilers aufgrund der Gleissperren sehr zeitkritisch war, stellte Doka eine Animation zur "digitalen Vormontage" zur Verfügung, so dass sich die Baustellenmannschaft damit auf diese Arbeiten vorbereiten konnte.

Pünktliche Fertigstellung

Bei der Betonage des beeindruckenden Tragwerks kamen 22 Fahrmischer und drei Betonpumpen zum Einsatz. Sie verarbeiteten 1278 m³ Beton in nur zehneinhalb Stunden, das entspricht durchschnittlich 120 m³ pro Stunde. Anschließend erfolgte das Ausschalen durch hydraulisches Absenken der Tragwerkschalung.

Der aufgerüstete Hilfspfeiler aus dem Altbestand der Brücke wurde nach Bauabschluss rückgebaut. Die Fertigstellung der Bockfließer Brücke markierte einen wichtigen Meilenstein in der Nordbahnmodernisierung. Nach elfmonatiger Bauzeit konnte sie bereits wieder für den Verkehr freigegeben werden.

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