Berlin (ABZ) | Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB) sieht ihre Warnungen vor fehlenden Ausschreibungen im Straßenbau bestätigt. Nach Rückmeldungen aus Mitgliedsunternehmen kommen derzeit kaum neue Maßnahmen für die Bundesfernstraßen auf den Markt. Der Verband fordert deshalb eine verlässliche Finanzierung für 2027, damit Projekte rechtzeitig ausgeschrieben und vergeben werden können.
Bereits im Juli hatte die BVMB vor einem Rückgang der Ausschreibungen gewarnt. Zwar würden Leistungen wie Verkehrssicherung, Markierungen und Rodungsarbeiten ausgeschrieben, bei größeren Straßenbauprojekten und im Brückenbau herrsche jedoch Zurückhaltung.
»Wir haben seit Monaten davor gewarnt, dass uns bei den Ausschreibungen die Zeit davonläuft. Jetzt erreichen uns aus den Unternehmen genau die Rückmeldungen, die wir eigentlich vermeiden wollten: Es kommen zu wenige neue Straßenbaumaßnahmen auf den Markt – auch der Brückenbau leidet in einigen Regionen«, erklärt Jürgen Faupel, stellvertretender Präsident der BVMB.
Mit Blick auf den Bundeshaushalt 2027 und die Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH des Bundes fordert der Verband Planungssicherheit und eine belastbare Vergabevorschau. Unternehmen müssten frühzeitig wissen, welche Projekte wann ausgeschrieben werden, um Personal, Geräte und Kapazitäten planen zu können.
»Baureife Projekte allein verbessern noch keine Straße und sanieren noch keine Brücke. Dafür müssen sie ausgeschrieben, vergeben und gebaut werden«, betont Daniel Jonas, Geschäftsführer der BVMB. Er erinnert zugleich an das Versprechen des Bundeskanzlers: »Alles, was baureif ist, wird gebaut.«