Saarbrücken (ABZ). – Im Saarbrücker Stadtteil Alt-Saarbrücken entstand auf dem Gelände des früheren Röchlingparks der Wohnpark am Triller mit 34 Wohnungen und zwei Villen. Die Hanglage und der alte Baumbestand stellten das Planungsteam vor besondere bauliche Herausforderungen.
Nach jahrelangen Planungsversuchen konnte 2019 auf Basis einer Konzeptstudie von BHK Architekten aus Saarlouis ein Bebauungsplan erstellt werden. Das Architekturbüro wurde anschließend von der Firma Triller Wohnpark mit der weiteren Planung und Realisierung beauftragt.
Entstanden sind sieben Mehrfamilienhäuser und derzeit zwei von vier geplanten Villen. Alle Gebäude weisen eine polygonale Form auf – keines besitzt rechte Winkel oder gleicht einem anderen. "Auf diese Weise konnten wir flexibler auf den alten Baumbestand reagieren und die historische Parklandschaft erhalten", erklärt Simon Kosiol, Architekt und Partner bei BHK Architekten. Trotz der verschiedenen äußeren Formen kam im Inneren größtenteils ein orthogonales System zum Einsatz, um funktionsfähige und möblierbare Grundrisse zu gewährleisten. Sämtliche Schlaf- und Nebenräume sind nach Norden ausgerichtet, die Wohnräume öffnen sich mit großen Panoramafenstern und Terrassen zur Stadt. "Wenn man rausschaut, entsteht der Eindruck, als sei man in einem Baumhaus", betont Kosiol.
Der zu schützende Baumbestand, die starke Topografie und die engen Straßen der Altstadt erschwerten die Grundstückserschließung und Baustellenlogistik erheblich. Ein Verkehrskonzept definierte Kranpositionen, Anfahrtsrouten, Wartestellen und Lagerplätze für Materialien.
Das Gelände wurde in vier Baufelder unterteilt. Der Spatenstich erfolgte auf Baufeld 2 mit zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgaragen, die in den Hang eingelassen wurden. Dieses Baufeld diente als Pilot für das Projektteam, um die Umsetzung in Zusammenarbeit mit Ordnungsamt und Anwohnerschaft zu prüfen. Die Bauleitung für die folgenden Baufelder übernahm das Büro amy plan. Wegen der variierenden Gebäudeformen musste jedes Detail individuell angepasst werden.
Das Projektteam entschied sich für den Massivbau mit dem KS-Plus-Planelemente-Bausystem von KS-Original. Es basiert auf 998 x 498 mm großen Elementen aus Kalksandstein – im Fall des Triller Wohnparks mit einer Wanddicke von 240 mm für die Außen- und 200 mm für die Innenwände. Diese Regelelemente werden um individuell zugeschnittene Passelemente ergänzt. Nach Herstellerangaben ist die Planung weder an Rastermaße gebunden, noch ist auf der Baustelle ein aufwendiges Zuschneiden der Kalksandsteine notwendig.
Die Werksplanung übernahm die Firma Isocom, ein Ingenieurbüro für Systemplanung. Dort wurden die Mauerwerkswände digital entsprechend des gewünschten Steinformats elementiert und für die Ausführung sowie die Fertigung durch das nahegelegene Kalksandsteinwerk optimiert. Dabei wurden auch die Stoßkanten berücksichtigt, um die benötigten Winkel der polygonalen Grundrisse zu realisieren.
"Die Steine waren formgenau und präzise vorbereitet, sodass der Rohbauer, die Peter Görgen Bauunternehmung GmbH, kaum nacharbeiten musste und schnell vermauern konnte", erklärt Kosiol. "Dieser gesamte Prozess ist sehr ausgefeilt und hat den Ablauf deutlich vereinfacht."
Auf das KS-Mauerwerk folgte eine 160 mm dicke mineralische Dämmschicht, die bei den Geschosswohnungsbauten mit einem hellen, abgetönten Putz verkleidet wurde. Glaseinstreuungen bringen ihn im Sonnenlicht zum Glitzern. Kombiniert wurde die Putzfassade mit bodentiefen, champagnerfarbenen Aluminiumfenstern sowie -verkleidungen im Sockelbereich.
Die Villen setzen sich mit einer beigefarbenen Klinkerfassade im Langformat von den Mehrfamilienhäusern ab, ohne die Farbwelt zu wechseln. Hintergrund ist laut Architekt der Wunsch nach einer unauffälligen Einbindung in die Umgebung und den Grünraum. Die historischen Elemente des Geländes blieben erhalten: Die repräsentative Auffahrt, die schmiedeeisernen Zäune und die Toranlage sowie die denkmalgeschützte Umfassungsmauer und ein historischer Pavillon wurden in der Freiraumplanung berücksichtigt.