München (dpa). – Bei den Bauarbeiten an der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München geht es einen großen Schritt voran: Mit einem symbolischen Tunnel-anstich haben die Arbeiten an einem Verbindungsstollen unter dem Marienhof begonnen. In 27 Metern Tiefe soll der Tunnel die künftige Station mit den bestehenden U-Bahnlinien am Marienplatz verbinden.
"Der Tunnelanstich am Marienhof ist ein weiterer Meilenstein bei einem der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Deutschlands", sagte der Gesamtprojektleiter von der Deutschen Bahn, Kai Kruschinski-Wüst. Die zweite Stammstrecke soll die bisherige, chronisch störungsanfällige Stammstrecke entlasten, auf der bislang nahezu alle S-Bahnlinien - größtenteils unterirdisch – das Zentrum der Landeshauptstadt durchqueren.
Zuletzt war von einer Verzögerung der Inbetriebnahme von 2028 bis ins Jahr 2037 die Rede. Die Kosten sollten von den ursprünglich kalkulierten 3,85 Milliarden Euro auf mindestens 7 Milliarden Euro steigen – zuzüglich sämtlicher Preissteigerungen nach dem Jahr 2021.
Im vergangenen April hatten nach sieben Jahren Vorbereitungszeit mit den Arbeiten an einer Rettungsröhre die ersten Tunnelarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke begonnen. Nun gehe es mit dem Verbindungsstollen unter dem Marienhof weiter. Dazu graben sich 120 Spezialistinnen und Spezialisten rund um die Uhr parallel zur Rückseite des Münchner Rathauses durch den Untergrund. Bei einem Tunnelquerschnitt von knapp 90 Quadratmetern müssen sie etwa 6500 Kubikmeter Erdreich ausheben.