Die Autobahn GmbH hat laut Medienberichten jüngst einen Ausschreibungsstopp für das laufende Jahr angekündigt. "Vor Inkrafttreten des Bundeshaushalts hat die Autobahn GmbH keine zusätzlichen Mittel", teilte die Autobahn GmbH auf Nachfrage der ABZ-Redaktion zum Beweggrund für den Stopp mit.
"Bereits vergebene Aufträge laufen grundsätzlich weiter", hieß es. Sprich: Trotz Sondervermögen ist kein Geld da. Was folgte, war ein Sturm der Entrüstung durch alle Verbände der Branche. Die Entscheidung sei "ein Schlag ins Kontor für alle Unternehmerinnen und Unternehmer", kritisierte beispielsweise Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB. "Für die Bauwirtschaft ist das ein Desaster", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer ZDB, BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka prognostiziert ein "verlorenes Baujahr".
In einem gemeinsamen Brief wandten sich ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab und HDB-Präsident Peter Hübner nun direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz, um ihre Sorge über den Ausschreibungsstopp der Autobahn GmbH auszudrücken und baten darum, mit Bundesfinanzminister Klingbeil und Bundesverkehrsminister Schnieder eine kurzfristige Lösung des Problems zu finden. Klingbeil hat derweil den sofortigen Ausschreibungsstopp für dieses Jahr kritisiert. Der sei nicht erforderlich gewesen, da auch während der aktuellen vorläufigen Haushaltsführung Mittel hätten bereitgestellt werden können.
Das Bundesverkehrsministerium habe hingegen betont, eine große Verzögerung oder der Stopp von laufenden Bauprojekten seien nicht zu erwarten. Verbandsvertreter warnen schon seit Monaten vor drohendem Stillstand auf vielen Baustellen. Müller sagte, mit einer Entscheidung vor der Sommerpause hätten 70 bis 80 Bauprojekte sofort losgetreten werden können. Ob sich nun Bundeskanzler Merz einbringt und etwas bewegen kann oder will, bleibt abzuwarten.