Seit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unlängst den mit dem US-Präsident Donald Trump im schottischen Turnberry beschlossenen "Deal" bezüglich der künftigen Höhe der Zölle für Ex- und Importe von Automobilen verkündet hat, hagelt es Kritik von allen Seiten, vor allem von der deutschen Autoindustrie.
Der Zollsatz werde die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie jährlich Milliarden kosten und belastet sie inmitten der Transformation, heiß es beim VDA. Aus Sicht der "Wirtschaftsweisen" Ulrike Malmendier sind Zölle von 15 Prozent eine "ungeheure Belastung für die Wirtschaft, nicht nur hier, sondern auch in den USA". Was das für die Gesamtwirtschaft bedeute, sei schwer abzuschätzen. Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft von Deloitte prognostizierte, dass die Ausfuhren von Fahrzeugen und Autoteilen in die USA um bis zu 29 Prozent sinken könnten – das würde einem Minus von 8,2 Milliarden Euro entsprechen.
Der VW-Konzern etwa hatte jüngst einen um 38,5 Prozent geringeren Gewinn für das erste Halbjahr 2025 bekannt gegeben und Prognosen erheblich reduziert. Die Stellantis-Gruppe (Opel, Chrysler, Peugeot, Fiat und andere) etwa rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit 1,2 Milliarden Euro Sonderkosten aufgrund der Zölle.
Auch der US-Autoriesen Ford werde noch härter als bisher erwartet getroffen – für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einer Belastung von zwei Milliarden Dollar vor Zinsen und Steuern. Noch vor drei Monaten war Ford auf dieser Basis von einem negativen Effekt von 1,5 Milliarden Dollar ausgegangen. Ford produziere zwar rund 80 Prozent der Fahrzeuge in den USA, importiere aber Teile von überall auf der Welt – und für grundlegende Materialien wie Stahl und Aluminium habe Trump die Einfuhrzölle zum Teil verdoppelt.
Über die Auswirkungen des Zoll-"Deal" auf die Bauwirtschaft wird derzeit noch spekuliert, von der ersten Amtszeit von Donald Trump hatten deutsche Unternehmen eher profitiert, hatte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) zuletzt im April mitgeteilt und begrenzte Auswirkungen durch neue Zölle auf Baumaterialpreise prognostiziert. Allerdings sei zu erwarten, wenn der Export insgesamt abnehme, dass sich die Industrierezession fortsetzen würde.